Nutzerkonto

Kunst

Carl Einstein und die Entgrenzung der Moderne
Carl Einstein und die Entgrenzung der Moderne

Anselm Franke (Hg.), Tom Holert (Hg.)

Neolithische Kindheit

Die Verbindung der Frühgeschichte der Menschheit (im Fall des Neolithikums: am Übergang von nomadischen zu sesshaften Formen der Vergesellschaftung) mit den frühen Stadien in der Entwicklung jedes Individuums, die Einstein in Arps Reliefs der späten 1920er Jahre ausmachte, verweist auf ein verbreitetes Interesse des 20. Jahrhunderts, die Gegenwart mit einer weit zurückreichenden Vergangenheit kurzzuschließen. Einstein trug aktiv zu den entsprechenden Spekulationen über die Tiefenzeit er sich kritisch zu den oft reaktionären Begründungserzählungen und Archaisierungen, auf die viele dieser Spekulationen hinausliefen. Sein...
  • Kunstgeschichte
  • Kunsttheorie
  • Moderne
  • Avantgarde
  • Ethnologie

 

Themen
Aktuelle Texte

Damian Christinger

Konkave Gedanken zum konkaven Denken

Ob Archimedes im 3. Jh. vor unserer Zeitrechnung die römische Flotte vor Syrakus tatsächlich mit Hilfe von Hohlspiegeln in Brand steckte, gilt unter Philologen, Experimental-Archäologen und anderen Experten für Archaisches und Arkanes als äußerst umstritten. Zu lange die Zeit, in der die Schiffe unbeweglich ein Ziel hätten abgeben müssen. Da aber eine der erste Beschreibungen der antiken Laser von Lukian von Samosata stammt, kommen auch andere Möglichkeiten, anstelle der normalerweise zur Schmälerung von Archmides’ Genie ins Feld geführten Übersetzungsfehler, für die Legendenbildung in Frage. Lukian war nicht nur ein ausgezeichneter Satyriker, er kann vielleicht auch als Erfinder der Science-Fiction gelten, so zumindest sehen ihn hunderte Jahre später Erasmus von Rotterdam und Thomas Morus, die gemeinsam einige seiner Schriften herausgeben (luciani opuscula, 1506).

Lukian von Samosata war ausgebildeter Künstler – so behaupten es seine wenigen Biografen – und sehr an ästhetischen Fragen interessiert. Ihm war also das gefährliche Potential einer konkaven Spiegelfläche...

OPEN
ACCESS
  • Gegenwartskunst
  • Antike
  • Optische Medien

 

Isabelle Graw

Die Liebe zur Malerei

»Malerei« und »Liebe« sind wie Schwestern: jeweils ganz unterschiedlich und doch auf vielfältige Weise aufeinander bezogen und eng miteinander verflochten. Seit der Antike ist die Vorstellung verbreitet, dass der – stets als männlich gedachte – Maler von Liebe angetrieben sei, wodurch sein Gegenstand, die Malerei, den Status einer (weiblichen) Geliebten erhält.1 Die Liebe wäre demnach nicht nur der Motor künstlerischen Schaffens, sondern würde sich auch unmittelbar auf dessen Ergebnis auswirken, das einer Liebesprojektion, einer Männerphantasie gleicht. Einmal abgesehen davon, dass dieses geschlechtsspezifische...
  • Gegenwartskunst
  • Malerei
  • Kunsttheorie
  • Kunstmarkt
Aktuelle Texte
About ‘how we treat the others’

Artur Zmijewski

About ‘how we treat the others’

OPEN
ACCESS
DE
  • Gabe
  • Lager
  • documenta
  • Polen
  • Gegenwartskunst
  • Propaganda
  • Migration
  • Ethik
  • Politische Ästhetik
  • Nationalsozialismus