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Wissenschaft

The Moses complex’s place is exile.
The Moses complex’s place is exile.

Ute Holl

Introduction

The unkind and inhuman God of Moses in Exodus reveals himself as a terrifying media agent. This is why the Moses figure insistently returns in the arts and sciences of the twentieth century. It corresponds to the fact that the media initially remain concealed when new laws come in with them. When Moses climbs the mountain, the tablets on which the caesuras of writing will turn out to be there already, while the people are still camping in the desert,...
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  • Jean-Marie Straub
  • Arnold Schönberg
  • Exil
  • Danièle Huillet
  • Gemeinschaft
Aktuelle Texte
Es gibt kein absolutes Besonderes.

Rolf Bossart, Milo Rau

Es gibt kein absolutes Besonderes.

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EN
  • Realismus
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  • Kunsttheorie

Sturm auf den Winterpalast
Forensik eines Bildes

24.11.2017 – 08.04.2018

HMKV im Dortmunder U
Leonie-Reygers-Terrasse
44137 Dortmund
Deutschland

Sergei Eisenstein: The Anthropology of Rhythm

19.09.2017 – 19.01.2018

Nomas Foundation
Viale Somalia 33
01199 Rom
Italien

 

Themen
Aktuelle Texte

Daniel Tyradellis

»Tatsächlich ist manifeste physische Gewalt unter Akademikern selten«

Sie senkte die Stimme. Immer wenn es wichtig wurde, verringerte sie solcherart ihren Ausdruck. Vor der Gruppe sitzend, markierte sie die tiefe Konzentration, die Erschöpfung, aus der heraus sie gerade noch die Kraft aufbrachte, das Entscheidende vorzutragen – als Frucht wochen- und monatelanger Arbeit in Bibliotheken, Archiven und sonstigen Denkstätten. Sie schaute dabei niemals in die Richtung derer, zu denen sie sprach, sondern stets nach unten und ins Leere, so als sei das Gesagte verbunden mit der Kümmernis und Einsamkeit einer Wahrheit in ihrer unbarmherzigen Wucht. Wie der Großinquisitor trug sie die Last dieser Welt.


Ich saß da und dachte: Was für ein affektierter Unsinn. Oder handelte es sich nur um eine Art Autosuggestion, ein ins Auditive transformiertes Fort-da-Spiel? Denn die Attitüde schien auch zu sagen: Ich bin ganz bei mir und zugleich fast nicht da, vielmehr ganz beim Wissen. Vielleicht suchte sie auch durch die Modulation ihrer Stimme Widerstand gegen die...

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  • Universität
  • Neurose
  • Performanz
  • Jacques Lacan
  • Autorität
Aktuelle Texte

Klaus Hamberger

Potlatsch – ein »totales« soziales Phänomen

Der Potlatsch ist eine festliche Verteilung von Geschenken an Gäste, die stets zu einer anderen Gruppe gehören als die Gastgeber. Diese Geschenke werden als Entgelt für eine Leistung der Gäste aufgefasst, die einen materiellen Aspekt haben kann (Hausbau, Bestattung, Tätowierung, etc.), vor allem aber eine rechtliche Funktion erfüllt: sie besteht darin, die Übertragung von Titeln, Namen oder Privilegien innerhalb der Gruppe der Gastgeber zu bezeugen und symbolisch zu vermitteln. Diese Funktion ist von entscheidender Bedeutung für die Reproduktion der Gruppe als solcher. Nach der Auffassung der Bewohner der Nordwestküste besteht eine soziale Gruppe weniger aus Individuen als aus Positionen, zu denen Namen, Ränge, Insignien und Vorrechte gehören; und jedes Mal, wenn eine Position von einem neuen Individuum eingenommen wird, bedarf dieser Wechsel zu seiner Gültigkeit der Bekräftigung durch einen Potlatsch.

Der Potlatsch begründet aber nicht allein Rang und Titel der Gastgeber – er bringt auch die Rangordnung der Gäste zum Ausdruck, sei...

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  • Ritual
  • Claude Lévi-Strauss
  • Soziale Tauschpraktiken
  • Ethnologie
  • Potlatch

 

Between Segregation, Cooperation, and Craziness
Between Segregation, Cooperation, and Craziness

Sebastian Vehlken

Ghetto Blasts

Even if it became popular in the context of the algorithmitization of the behavior of social insects, the birthplace of the term Swarm Intelligence is in robotics. Even engineers are subject to discourse dynamics: When Gerardo Beni and Jing Wang gave a short presentation on Cellular Robots at a NATO robotics workshop in 1988, that is, on “groups of robots that could work like cells of an organism to assemble more complex parts,” commentators allegedly demanded a buzzword “to describe...
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  • Interdisziplinarität
  • Computergrafik
  • Roboter
  • Interface
  • Schwarmintelligenz
Aktuelle Texte

Ana Vujanović

Thinking a grid of politicality

The connection between politics and dance is one of the most discussed topics in the performing arts today. Before I take a closer look at what constitutes this link, I will introduce some epistemic and social frameworks within which we can speak of politics when we speak about contemporary performance and art in general. Then, I will continue with a discussion of the characteristic modalities of politicality that I register on the actual international dance scene.

To begin with, I want to emphasize that my focus in this text will not be a particular politics of contemporary dance. Rather, I want to concentrate on the problematics of politicality as the aspect of an artwork or art practice that addresses the ways it acts and intervenes in the public sphere. In doing so, politicality implies discussions about and conflicts around topics such as the subjects and objects that perform in a public...

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  • Globalisierung
  • Performativität
  • Gemeinschaft
  • Politik
  • Körper
Aktuelle Texte

Elena Esposito

Jede Gegenwart hat ihre Zukunft

Könnte die Zukunft nicht gegenwärtig sein? Wie und wo? Wenn wir kurz darüber nachdenken, sehen wir sofort, dass die Zu­kunft immer nur in der Gegenwart und nirgendwo sonst existiert, aber als etwas, das es (noch) nicht gibt.
 Die Realität der Zukunft (wie die der Vergangenheit) ist diejenige eines Horizonts der Gegenwart. Im aktuellen Zeitpunkt (der einzige, der existiert und vollständig real ist) projizieren wir rückwärts und vorwärts die Horizonte der Vergangenheit und der Zukunft: das, was wir erinnern, und das, was wir erwarten; die Vergangenheit, die es nicht mehr gibt, und die Zukunft, die noch nicht da ist – die aber beide für den Sinn der Gegenwart unabdingbar sind. Wie alle Horizonte zieht sich die Zukunft in die Ferne, je näher wir uns nähern, indem sie vorwärts rückt und unerreichbar bleibt. Sie bleibt immer nichtgegenwärtig.


Die Zukunft ist nie gegenwärtig, existiert aber nur in der Gegenwart – als ihre Projektion. Wenn...

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