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Wissenschaft

Fragility is the only thing I really know about me
Fragility is the only thing I really know about me

Claire Denis

“Fragility is the only thing I really know about me”

I am not a very balanced person. I am fragile and sad – almost as described in Triste Tropiques by Claude Lévi-Strauss. I feel both those adjectives, I grew up with them. I was aware of my fragility even when I was very young – a baby, learning to walk, living somewhere in Africa and already feeling that the number of white persons was very small compared to the number of black persons and also noticing that most of the...
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Aktuelle Texte

Marcus Quent

Vom Verrinnen der Zeit in der absoluten Gegenwart

Wenn der »Glaube an die Welt« fehlt, wenn man die Welt verloren hat oder ihrer beraubt wurde, so ist alles, was in einem solchen Zustand des Unglaubens übrigbleibt, das Verrinnen der Zeit. Das Verrinnen der Zeit, das heute mehr und mehr zu sich selbst zu kommen scheint, sich seiner Vollendung zuneigt, ist ein Prozess, der von den Einzelnen als undurchsichtiges und widersprüchliches Geschehen erfahren wird, der aber als solches unbegreifliches Geschehen zugleich die Gestalt eines unumstößlichen Faktums annimmt. Dass Zeit nur verrinnen kann, dass es sie nur als verrinnende, als Maß ihres eigenen Verrinnens gibt, wird allgemein akzeptiert und vorausgesetzt. Diese allseits vorherrschende Überzeugung, die sich selbst als reines Faktum präsentiert, gründet jedoch in einem Vergessen und einem Verrat. Vergessen und verraten sind, mit Deleuze gesprochen, die in der Welt hervorgerufenen »Ereignisse« und die in die Welt gebrachten »Zeit-Räume«. Sie zeugen von der Möglichkeit und Wirklichkeit eines anderen Zeit-Maßes. Vergessen...

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Aktuelle Texte

Dieter Mersch

Digital Disrupture

Theorien des Digitalen beziehen ihre Konjunktur aus einer zweideutigen Lage. Zum einen besitzen sie ihre Herkunft in den Visionen und Utopien der gegenkulturellen Aufklärung der 1970er Jahre, aus denen nicht nur der Personal-Computer, sondern auch die Medienwissenschaften und Medientheorien hervorgegangen sind, die den digital disrupture theoretisiert und unter Reflexion gestellt haben und nach deren Diagnose wir vor einer ebenso nachhaltigen Zäsur stehen wie die frühe Neuzeit mit der Erfindung des Buchdrucks. Alle Zeichen und Inhalte bisheriger Kulturen stehen damit auf dem Prüfstand, werden transformiert und von einer Entwicklung überholt, deren weitere Dynamik kaum absehbar ist. Die mit der Digitalisierung verbundene technologische Wende, so die allgemeine Analyse, werde alle Lebensverhältnisse dermaßen verändern und von Grund auf durchschütteln, dass mit Marshall McLuhan und dessen zusammen mit Quentin Fiore verfassten Buch, dessen Titel ironischerweise nicht lautet: The Medium is the Message, sondern The Medium is the Massage, von einer gründlichen ›Massage‹ des gegenwärtigen...

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Scripted Culture: Book-Launch Zürich

15.06.2018, 18:00

ZHdK – Zürcher Hochschule der Künste
Pfingstweidstrasse 96
8031 Zürich
Schweiz

Scripted Culture: Book-Launch Berlin

12.04.2018, 18:00

ESPACE DIAPHANES
Dresdener Str. 118
10999 Berlin
Deutschland

Sturm auf den Winterpalast
Forensik eines Bildes

24.11.2017 – 08.04.2018

HMKV im Dortmunder U
Leonie-Reygers-Terrasse
44137 Dortmund
Deutschland

 

Themen
  • Farbe und Bedeutung

    Farbe und Bedeutung

    Who is afraid of Red, Yellow, Blue…?

    • Farbenlehre
    • Bildlichkeit
    • Monochrom
    • Semiotik / Semiologie
    • Farbe
  • minima oeconomica

    minima oeconomica

    Analysen und Kritik moderner Ökonomie, deren Wissenschaft und Legitmation im Zeitalter der Finanzialisierung

    • Finanzkrise
    • Diskursgeschichte
    • Ökonomisierung
    • Ökonomie
    • Wirtschaft
    • Finanzmärkte
  • Observing the Spectator

    Observing the Spectator

    • Optische Täuschung
    • Blick
    • Spiegel
    • Betrachter
Aktuelle Texte

Klaus Hamberger

Potlatsch – ein »totales« soziales Phänomen

Der Potlatsch ist eine festliche Verteilung von Geschenken an Gäste, die stets zu einer anderen Gruppe gehören als die Gastgeber. Diese Geschenke werden als Entgelt für eine Leistung der Gäste aufgefasst, die einen materiellen Aspekt haben kann (Hausbau, Bestattung, Tätowierung, etc.), vor allem aber eine rechtliche Funktion erfüllt: sie besteht darin, die Übertragung von Titeln, Namen oder Privilegien innerhalb der Gruppe der Gastgeber zu bezeugen und symbolisch zu vermitteln. Diese Funktion ist von entscheidender Bedeutung für die Reproduktion der Gruppe als solcher. Nach der Auffassung der Bewohner der Nordwestküste besteht eine soziale Gruppe weniger aus Individuen als aus Positionen, zu denen Namen, Ränge, Insignien und Vorrechte gehören; und jedes Mal, wenn eine Position von einem neuen Individuum eingenommen wird, bedarf dieser Wechsel zu seiner Gültigkeit der Bekräftigung durch einen Potlatsch.

Der Potlatsch begründet aber nicht allein Rang und Titel der Gastgeber – er bringt auch die Rangordnung der Gäste zum Ausdruck, sei...

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Aktuelle Texte

Stefan Heidenreich

Im blinden Fleck der Bologna-Reformer

Das Netz liegt im blinden Fleck der Bologna-Reformer (↑ Bologna-Prozess). Denn Bürokraten verwalten die Welt, wie sie ist, nicht wie sie wird. So kommt es, dass man an vielen Orten über die digitale Revolution und das Netz redet, wenn es um Fragen der Universität geht, in Europa aber über ↑ Module, Punktesysteme (↑ Leistungspunkte/ECTS) und Verwaltungs-Routinen.

Was macht die Universität mit dem Netz? Oder vielleicht doch eher anders herum gefragt: Was macht das Netz mit der Universität? Diese beiden Sätze fragen nicht nach Variationen desselben, sondern nach etwas ganz anderem.

Betrachten wir’s am Beispiel der Bibliothek, der anderen großen Institution der Bildung. Was macht die Bibliothek mit dem Netz? Sie stellt ihre Kataloge online. Sie führt Datenbanken. Sie lässt uns Bücher besser finden, schneller bestellen. Sie benachrichtigt Leser, wenn deren Leihfristen ablaufen. Sie organisiert ihren Betrieb besser, schneller und einfacher.

Aber was macht das Netz mit der Bibliothek? Es macht sie überflüssig. Denn wenn erst und...

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The biggest bite out of the fruit of Knowledge
The biggest bite out of the fruit of Knowledge

Claus Pias (Hg.)

Cybernetics

Although aspects of cybernetics can be traced back to various points in history, the proceedings of the so-called Macy Conferences, which have been edited for this volume, represent its modern foundational document. Held between 1946 and 1948 under the cumbersome title “Circular Causal and Feedback Mechanisms in Biological and Social Systems,” the papers delivered at these conferences were soon thereafter, at least as of 1949, referred to as contributions to cybernetics. Sponsored by the Josiah Macy, Jr. Foundation (which was...
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Aktuelle Texte

Joseph Vogl

Finanzialisierungsprozesse und ihre Medien

Das historische Datum, das historische Ereignis von Medien tritt nicht mit ihrem Funktionieren, sondern mit ihrem Verhältnis zur Störung, zur Krise oder zum Rauschen hervor. Die Störung ist die epoché des Mediums. Und hier zeigt sich die Eigentümlichkeit des modernen Finanzsystems. Denn einerseits verfolgen seine Verfahren eine Zähmung der Zeit; seine Rationalität, seine Systemhaftigkeit beweist sich gerade darin, dass es die Wirksamkeit kontingenter Zukunft beherrscht. Rauschunterdrückung meint hier, dass sich Risiken mit dem Handel von Risiken amortisieren, dass also die Kräfte temporaler Prozesse eliminiert werden können. Unter Medienbedingungen träumt der Markt den Traum seiner Endlosigkeit, die Neutralisierung des Risikos funktioniert nur, wenn sich jede ausstehende Zukunft um eine weitere Zukunft fortsetzen lässt. Andererseits wird diese Entzeitlichung nur durch den Einsatz zeitkritischer Verfahren garantiert. Die Beherrschung der Zeit wird durch die Investitionen zeitlicher Kräfte erhofft. Während das Finanzsystem seine Stabilität in der Herstellung von Zeitlosigkeit gewinnt, wird seine Operation durch die...

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Aktuelle Texte

Ruedi Widmer

»Das Neue kann nur bestehen, wenn es überzeugte Freunde hat«

Der Post-Kritiker hat sich vom Geschmack als Mittel der volkspädagogisch verstandenen Emanzipation emanzipiert. Als eine besondere Form des avancierten Kulturkonsumenten ist er ein sich dem Regressionsverdacht wissentlich aussetzender Genießer oder Fan der Kunst und Kultur, von ihr angefressen oder gar vergiftet: Leseratte, Bücherverschlinger, Theaterbesessener, Musikliebhaber. Die Zunge (und die mit ihr besonders eng verbundenen Körper- und Seelenfunktionen) ist sein Zentral-Organ. Die Kultur-Sensation verbindet sein Nervensystem mit dem medienkonvergenten Echoraum des An­preisens und Abratens, des Erzählens und Erinnerns, des Beschwörens und Verdammens kultureller Ereignisse und Erzeugnisse. Wobei sich sein Appetit auch auf Dinge richtet, die nur in ­diesem Echoraum geboren werden, und als deren ritueller Geburtshelfer er sich ­betätigt: Stars, Celebrities, Legenden, Mythen, Skandale. Meinungs-Marktplätze (im digitalen Zeitalter sind sie gleich­zeitig Produktions-, Vermittlungs- und Absatzstätten der Kultur) sind sein Tummelplatz. Seine Nähe zur Konsumenten- und Produzentenseite, sein Eingebettet- oder Eingenistetsein in der kulturell-medialen Nahrungskette ist sein Potential. Im Unterschied zum prototypischen Kritiker,...

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