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Catherine Malabou: Negierte Lust

Catherine Malabou

Negierte Lust
Die Klitoris denken

Übersetzt von Luzia Gast

Broschur, 120 Seiten

PDF, 120 Seiten

ePub

»Die Klitoris ist eine Anarchistin.«

In den alten Anatomiebüchern fehlt sie, auf Aktzeichnungen und Gemälden ist sie nicht zu sehen. In der Literatur blieb sie ausgespart, dem Denken entzieht sie sich, körperlich wurde sie unterdrückt: Für sehr lange Zeit war die Klitoris das negierte Organ der Lust, ein dunkler, ­bedrohlicher Ort des Weiblichen.
Diese hartnäckige Angst und Ignoranz scheint heute überwunden. Auch der Feminis­mus hat sich geöffnet, um angesichts queeren, inter- oder transsexuellen Lebens die ­Klitoris nicht mehr nur einer Weiblichkeit zuzuordnen. Und doch: Angesichts fort­währender Gewalt an Frauen bleibt sie der Ort millionenfacher Verwundung, das Mal verweigerten Genießens und verstümmelter Existenzen.

 

Ein kompakter, engagierter Essay, der gleichwohl ein ganzes Arsenal an historischen und philosophischen Beobachtungen zu einer neuen Perspektive bündelt. Catherine Malabou gelingt es, dem Denken von Geschlecht und Lust, Kultur und Identität ­entscheidende Elemente hinzuzufügen und eine zukünftige Sprache eines nicht zuletzt weiblichen Politischen zu skizzieren.

Inhalt
  • 11–20

    1. Löschungen

  • 21–24

    2. Halbgöttinnen (Nymphen 1)

  • 25–30

    3. Bilder ohne Sex: Boccaccio, Warburg, Agamben (Nymphen 2)

  • 31–34

    4. Nadja ohne Sein: Eine kurze Bemerkung über »die Frau als Objekt der Begierde« (Nymphen 3)

  • 35–38

    5. Politische Anatomie

  • 39–46

    6. Die »sexuelle Existenz« nach Simone de Beauvoir

  • 47–56

    7. Dolto, Lacan und der »Bericht«

  • 57–64

    8. »Die weibliche Sexualität ist die Klitoris.« Carla Lonzi und der Feminismus der Differenz

  • 65–70

    9. Luce Irigaray »Die Frau ist weder geschlossen noch offen.«

  • 71–76

    10. »Mit Zärtlichkeit und Respekt für die Vulva in ihrer Vollkommenheit«

  • 77–82

    11. Sind »Verstümmelung« und »Wiedergutmachung« die richtigen Wörter?

  • 83–88

    12. Technologisch veränderte Körper: Paul B. Preciado und der Transfeminismus

  • 89–96

    13. »Mea vulva, mea maxima vulva«: Nymphomaniac (Nymphen 4)

  • 97–108

    14. Zonen der Ekstasen des Realen

  • 109–112

    15. Klitoris, Anarchie und Weiblichkeit

  • 113–120

    Anmerkungen

  • Identität
  • Körper
  • Weiblichkeit
  • Feminismus
  • Subjektivierung
  • Sexualität
  • Queer Theory
  • Gender
  • Anarchismus

»Und darum geht es auch Malabou ...: der zweckfreien Lustfähigkeit der Klitoris, ihrem darin liegenden Anarchismus also, philosophisch Ausdruck zu verleihen.« Katharina Teutsch, Deutschlandfunk Kultur

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Deutsch

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Catherine Malabou

Catherine Malabou

ist Professorin für Philosophie am Centre for Modern European Philosophy der University of Kingston und Professorin für Komparatistik an der University of California, Irvine. In einem großen Teil ihres Werks untersucht sie die Beziehung zwischen Dialektik und Dekonstruktion durch das Konzept der »Plastizität«.
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