Nutzerkonto

Wissenschaft

MORGEN DAS MANNIGFALTIGE
MORGEN DAS MANNIGFALTIGE

Reiner Schürmann, Nicolas Schneider (Hg.)

Diskordanz der Zeiten

Die gebrochene Bedingung – die Diskordanz der Zeiten (dissecutio temporum), die das Sein ist – wird für das Seiende nicht folgenlos bleiben. Es ist diese Bedingung, die aus uns Sterbliche macht. Sie stellt die Seienden, die wir sind, in die Doppelbindung zwischen Geburt und Tod, das heißt zwischen verschiedene Zugriffe (vielmehr als zwischen ferne Tatsachen). Sie stellt uns in die Doppelbindung zwischen Sein-durch-Geburt und Sein-zum-Tode, zwischen Natalität und Mortalität. Ursprünglich diskordante Zeit erscheint dann als das mit sich selbst uneinige...
  • Anarchie
  • Michel Foucault
  • Ethik
  • Philosophiegeschichte
  • Subjektivierung
Aktuelle Texte

Dieter Mersch

Digital Disrupture

Theorien des Digitalen beziehen ihre Konjunktur aus einer zweideutigen Lage. Zum einen besitzen sie ihre Herkunft in den Visionen und Utopien der gegenkulturellen Aufklärung der 1970er Jahre, aus denen nicht nur der Personal-Computer, sondern auch die Medienwissenschaften und Medientheorien hervorgegangen sind, die den digital disrupture theoretisiert und unter Reflexion gestellt haben und nach deren Diagnose wir vor einer ebenso nachhaltigen Zäsur stehen wie die frühe Neuzeit mit der Erfindung des Buchdrucks. Alle Zeichen und Inhalte bisheriger Kulturen stehen damit auf dem Prüfstand, werden transformiert und von einer Entwicklung überholt, deren weitere Dynamik kaum absehbar ist. Die mit der Digitalisierung verbundene technologische Wende, so die allgemeine Analyse, werde alle Lebensverhältnisse dermaßen verändern und von Grund auf durchschütteln, dass mit Marshall McLuhan und dessen zusammen mit Quentin Fiore verfassten Buch, dessen Titel ironischerweise nicht lautet: The Medium is the Message, sondern The Medium is the Massage, von einer gründlichen ›Massage‹ des gegenwärtigen...

ABO EN
Aktuelle Texte

Dieter Mersch

Digital disrupture

We really need an analysis of algorithmic conditions and their paradoxes and ambiguities that gives them an adequate framework and horizon. But instead we currently seem to be finding an algorithmic solution of the algorithmic, much as digital solutions are being offered for the problems of the digital public sphere, in the way that IT corporations, for example, use exclusively mathematical procedures to evaluate and delete “fake news,” inappropriate portrayals, or the violation of personal rights. This tends to result in a circularity that leaves the drawing of boundaries and raising of barriers solely to programming, instead of restoring them to our ethical conscience and understanding of what the social could mean today. The machine, by contrast, remains alien to any mechanical limitation—just as its inability to decide lies in the impossibility of self-calculation. The nucleus of digital culture should instead be sought where the cultural of culture is located:...

OPEN
ACCESS
DE

Conference: Disruption, Technique, World
Thinking the Present with Jean-Luc Nancy

29.02.2024, 09:30 – 01.03.2024

ICI Berlin
Christinenstr. 18/19, Ha
10119 Berlin
Deutschland

 

Themen
  • minima oeconomica

    minima oeconomica

    Analysen und Kritik moderner Ökonomie, deren Wissenschaft und Legitmation im Zeitalter der Finanzialisierung

    • Finanzmärkte
    • Ökonomisierung
    • Finanzkrise
    • Ökonomie
    • Wirtschaft
    • Diskursgeschichte
  • Das Subjekt des Kapitalismus

    Das Subjekt des Kapitalismus

    • Migration
    • Kognitives Kapital
    • Subjektivierung
    • Kapitalismus
  • Choreographing multitudes

    Choreographing multitudes

    • Protestbewegungen
    • chore
    • Menge
    • Soziale Bewegungen
    • Massenpsychologie
    • Medien des Sozialen
    • Schwarmforschung
    • Soziale Netzwerke
  • Farbe und Bedeutung

    Farbe und Bedeutung

    Who is afraid of Red, Yellow, Blue…?

    • Farbe
    • Semiotik / Semiologie
    • Monochrom
    • Farbenlehre
    • Bildlichkeit

 

Eine Form für den Gesellschaftskörper
Eine Form für den Gesellschaftskörper

Igor Chubarov

Das Kollektivsubjekt oder die Masse als Subjekt

Im Grunde wurde das revolutionäre Ereignis in Evreinovs Performance auf der Ebene des theatralen Gestus und der therapeutischen Gestalt erst gestärkt und entwickelt. Auch Sergej Ejzenštejn hat sich, wenn auch später und wenn er dies auch abgestritten hat, in seinem Oktober wahrscheinlich auf Evreinovs in Fotografien und Chroniken dokumentierte Inszenierung gestützt. Anhand ebendieser Chroniken haben spätere Generationen von Sowjetbürgern die Revolution erinnert und wahrgenommen. Evreinov hat mit seiner Performance die Perspektivlosigkeit des naturalistischen Theaters bewiesen, welches einfach nur versucht, die...
ABO
  • Massenpsychologie
  • Russland
  • Kommunismus
  • Revolution
  • Ästhetik