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Literatur

Die Zukunft: eine Kunstform
Die Zukunft: eine Kunstform

Zoran Terzić

Zukunft

»Die temporale Differenz, dass uns nur manches als zukünftig erscheint, obwohl alles zukünftig ist, bestimmt unsere Futurotopien, d.h. unsere sinnhaften Verortungen der Zukunft. Vieles wird heute weiterhin vorherge­sehen und vorhergesagt, aus allem Gleichzukünftigen ein Bestimmtzukünftiges hervorgehoben, mit Prognosen großzügig umhergeworfen. Hoffnungen werden angeregt, gemacht oder zerstört, Erwartungen ›übertroffen‹, und wenn einmal etwas nicht klappt, ist man ›unter den Erwartungen‹ geblieben. – Was liegt all dem Zukunfts­gebaren zugrunde, das sich diesseits des Technoimaginären und Wahrscheinlichen tummelt? Was ahnt man da, wenn man...
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Es gibt kein absolutes Besonderes.

Rolf Bossart, Milo Rau

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Maria Filomena Molder

So many egoists call themselves artists…

“So many egoists call themselves artists,” Rimbaud wrote to Paul Demeny on May 15, 1871. Even though that is not always obvious, ‘I’, the first person, is the most unknown person, a mystery that is constantly moving towards the other two, the second and third persons, a series of unfoldings and smatterings that eventually gelled as ‘Je est un autre’. That is why ‘apocryphal’ is a literarily irrelevant concept and ‘pseudo’ a symptom, the very proof that life, writing, is made up of echoes, which means that intrusions and thefts (Borges also discusses them) will always be the daily bread of those who write.

Words from others, words taken out of place and mutilated: here are the alms of time, that squanderer’s sole kindness. And so many others, mostly others who wrote, and many other pages, all of them apocryphal, all of them echoes, reflections. All this flows together into—two centuries...

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Carior est ipsa mentula
Carior est ipsa mentula

Pascal Quignard

Der »fascinus«

Carior est ipsa mentula (Mein Penis ist wertvoller als mein Leben). Es gab sechs Vestalinnen, die unter der Aufsicht der ältesten standen, der Virgo maxima. Sie bewachten den unenthüll­baren Glücksbringer und unterhielten die Herdflamme. Wenn eine das Keuschheitsgelübde brach, wurde sie auf dem Frevelfeld (Campus sceleratus) nahe der Porta Collina lebendig begraben, dort, wo die Wölfinnen (die Prostituierten in der vorgeschriebenen braunen Toga, die später die Büßermönche übernahmen) am 23. April der Venus Erycina huldigten und sich vor dem Volk vollständig...
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Ann Cotten

Das Schöne, Mensch, ist das nicht objektiv?

— Inwiefern bist du Kommunistin – da wir das definieren ­müssen: jemand, die überzeugt ist, dass eine von Grund auf andere Orga­nisationsform des gemeinschaftlichen Lebens den Menschen gut­tun würde, –

— Moment, ist das nicht auch ein Monarchist oder ein Sektenführer?

— Mit Fokus auf Gerechtigkeit.

— Aber die Leute sollen anders sein, ja?

— Total anders.

— Bist du nicht einfach Misanthropin?

 

––––––––––––––––––––––

 

— Nein, weil es gibt Leute, die ich sehr mag, und ich verstehe deswegen nicht, warum die meisten so dumm, oarsch und nervig sind.

— Die meisten Leute stört das nicht so sehr wie dich, wie die anderen sind.

— Ach ja? In meiner Beobachtung stört die meisten Leute alles, was anders ist als sie. Deswegen braucht es Regeln, wie man sich anständig verhält gegenüber Leuten, die man zum Großteil nicht mag.

— Du hast gerade sehr gelitten in einem Zugabteil mit zwei jungen Großmüttern, die miteinander ins Gespräch gekommen sind, während du »arbeiten« wolltest. Und...

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