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Katja Rothe: Medienökologie – Zu einer Ethik des Mediengebrauchs
Medienökologie – Zu einer Ethik des Mediengebrauchs
(S. 46 – 57)

Zu einer Ethik des Mediengebrauchs

Katja Rothe

Medienökologie – Zu einer Ethik des Mediengebrauchs

PDF, 12 Seiten

Medienökologie ist ein genuin ethisches Konzept, das auf das gemeinsame Gestalten medialer Umwelten zielt. Medienökologische Positionen müssen sich immer auch im ambivalenten und unein- bzw. mehrdeutigen Feld des verantwortungsbewussten Handelns verorten. Medienökologien sollten deshalb nicht allein die Diskurse von Wissenschaft und Technik analysieren und historisieren, sondern die Struktur des Versprechens und die Hoffnung auf das Ethische ernst nehmen, die das Ökologische prägt. Medienökologie könnte ein Versuch sein, ethisches Denken in der Medienwissenschaft stark zu machen, wobei es hier um eine posthumane Ethik handelt. Das Ethische ist hier nicht als Gesinnung oder ethisches Bewusstsein zu verstehen, sondern von den Gebrauchsweisen her. In diesem Sinne versucht der Beitrag zu erkunden, ob eine lokale, situierte Praxis der Gebrauchsweisen von Medien als medienökologische Ethik beschreibbar wäre.

  • Ethik
  • Praxis
  • Mediengebrauch
  • Medienökologie
  • Isabelle Stengers

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Deutsch

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Katja Rothe

ist Juniorprofessorin an der Universität der Künste Berlin. Forschungsschwerpunkte: Geschichte des angewandten Wissens, Wissenschaftsgeschichte und Science and Technology Studies, Gender Studies, Medienwissenschaft und -geschichte, Geschichte des ökologischen Denkens.
Gesellschaft für Medienwissenschaft (Hg.): Zeitschrift für Medienwissenschaft 14

Die ökologischen Fragestellungen, die derzeit auf vielen Feldern der Kultur- und Medienwissenschaft diskutiert werden, gewinnen ihre Brisanz durch die weltweit geführten Debatten um Erderwärmung und Klimawandel. Im Begriff des Anthropozäns haben sie einen mächtigen gemeinsamen Nenner gefunden. Sie vermitteln eindringlich, dass die dauerhafte Veränderung der Erde durch technische Infrastrukturen, durch künstliche Umgebungen und durch Eingriffe in bestehende Ökosysteme ein Umdenken in den Natur- und in den Geisteswissenschaften gleichermaßen erzwingen sollte. Das Verhältnis von Technik, Kultur und Natur steht zur Disposition und damit auch eine Reihe von Grundbegriffen der Medienwissenschaft. Aus dieser Einsicht heraus formieren sich Ansätze, die nach dem systematischen Einsatz und der historischen Rolle von Ökologien der Medien fragen. Doch was damit gemeint ist, wie das Verhältnis von Medien und Ökologie gefasst werden könnte, welche Plausibilitäten die Ökologie für die Medienwissenschaft hat und welche Gegenstände die Medienwissenschaft ökologisch zu erfassen vermag, wird selten genauer in den Blick genommen. Die 14. Ausgabe der Zeitschrift für Medienwissenschaft mit dem Schwerpunkt »Medienökologie« setzt dazu an, Gebiete möglicher Medienökologien in historischer wie systematischer Sicht zu kartieren.

Schwerpunktredaktion: Petra Löffler und Florian Sprenger.

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