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Joseph Vogl: Gezähmte Zeit
Gezähmte Zeit
(S. 61 – 71)

Finanzialisierungsprozesse und ihre Medien

Joseph Vogl

Gezähmte Zeit

PDF, 11 Seiten

Es gibt keine Medien in einem substanziellen und historisch stabilen Sinn. Medien sind nicht auf Repräsentationen wie Theater oder Film, nicht auf Techniken wie Buchdruck oder Telegraphie, nicht auf Symboliken wie Schrift oder Zahl reduzierbar und doch in all dem virulent. Man kann sie nicht bloß als Verfahren zur Verarbeitung und Speicherung von Information, zur räumlichen und zeitlichen Übertragung von Daten begreifen. Allenfalls erreicht man ihre historische Existenzweise durch eine besondere Frageform, durch die Frage danach, wie sie das, was sie speichern, verarbeiten und vermitteln, jeweils unter Bedingungen stellen, die sie selbst schaffen und sind.

In dieser Hinsicht sind Medien unselbstverständliche, man könnte auch sagen: ungegenständliche Gegenstände, in historischer wie in systematischer Hinsicht. Medien machen lesbar, hörbar, sichtbar, wahrnehmbar, all das aber mit einer Tendenz, sich selbst in diesen Operationen auszulöschen, sich selbst unwahrnehmbar zu machen. Sie werden zu einem konzisen Objekt nicht durch bestimmte Greifbarkeiten, sondern durch eine Konstellation von Ereignissen, durch Medien-Ereignisse in einem doppelten Sinn: durch jene Ereignisse, die sich in Medien kommunizieren, indem sich Medien selbst dabei auf besondere Weise mit-kommunizieren. Dieses doppelte Medien-Werden von Maschinen oder Institutionen, von Techniken oder Symboliken, ist nicht präjudizierbar und vollzieht sich von Fall zu Fall aus einem Gefüge aus heterogenen Elementen und Bedingungen. Und dieses Medien-Werden stellt allgemeine Definitionen des Medialen zurück und rückt lokale Situationen in den Blick, in denen sich eine Verwandlung von Dingen und Praktiken zu Medien vollzieht.

Medien vergisst man, wenn sie funktionieren, und sie werden auffällig, wenn etwas nicht klappt. So hatte man in den letzten Jahrzehnten einige Gelegenheiten, auf die Wirksamkeit eines der wohl prominentesten Mediensysteme aufmerksam zu werden. Es handelte sich – etwas euphemistisch gesagt – um Störungen im Weltformat, die Sie alle kennen und die man mit Daten benennen kann: 1987, 1990, 1994, 1998, 2000 und schließlich der Kollaps der Jahre 2007 und 2008 – all diese Finanzkrisen, die nach den Berechnungen der Ökonomen nur alle paar Milliarden Jahre hätten passieren dürfen, haben nicht nur die fatale Effizienz der modernen Finanzökonomie vorgeführt. Sie lassen sich auch als epistemologische Glücksfälle begreifen und zeigen, wie sich in Krisen, d.h. im Rauschen des Systems seine Kanäle, seine Funktionselemente bemerkbar machten. Darum soll es im Folgenden gehen: Wie lässt sich moderne Finanzökonomie als ein Mediensystem begreifen? Wie lässt es sich datieren? Wie wirken hier heterogene Elemente zusammen? Wie also lässt sich eine Geschichte der Finanzen als Mediengeschichte erfassen?

Da wesentliche Praktiken der Finanzökonomie – wie der Kredit oder das Bankenwesen – eine lange Geschichte aufweisen, überrascht es, dass das gegenwärtige Finanzsystem sehr jungen Datums ist und sich erst seit den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts formierte. Sein Anfang ist wohl mit einem Datum verbunden, das man immer wieder als eine »Finanzrevolution«, als »historische Wasserscheide«, als ökonomischen Epochenwechsel beschrieben hat.1 Denn mit dem Ende des Abkommens von Bretton Woods in den Jahren 1971 und 1973 wurde nicht nur eine ökonomische Nachkriegsordnung verabschiedet, die die Währungen der Industriestaaten an ein stabiles Verhältnis zum Dollar und den Dollar an einen fixen Umtauschkurs zum Gold gebunden hatte. Mit diesem Bruch in einer Geldgeschichte von 2500 Jahren wollte man vielmehr eine ökonomische »condition postmoderne« erkennen, eine Situation, die mit Turbulenzen und Instabilität auf ein System flexibler Devisenkurse zusteuert, auf ein Regime flottierender Signifikanten ohne Anker und Maß, ohne die Sicherung durch ein transzendentales Signifikat. Man hat es nun mit der Entstehung eines Systems zu tun, in dem sich Währungen nur auf Währungen beziehen, keinen klaren Wertreferenten besitzen und schließlich auf dem ungewissen Standard eines ungedeckten »fiat money« beruhen.

Wie immer man diese Verabschiedung eines internationalen Goldstandards interpretieren mag – mit ihr war ein theoretisches und praktisches Experimentierfeld eröffnet, und es war die Stunde der Systemprogramme eines neuen Liberalismus gekommen. So hat etwa Milton Friedman 1971 eines der wohl einflussreichsten, knappsten und einfachsten Papiere aus der Geschichte der ökonomischen Wissenschaft präsentiert, das sich durch klare Antworten auf die neue Problemlage auszeichnete. Im Auftrag der Chicago Mercantile Exchange formulierte Friedman das folgende Argument. Nach dem Ende von Bretton Woods sind kontinuierliche Devisenkursschwankungen und somit Währungsrisiken im internationalen Kapitalverkehr zu einer prekären Tatsache geworden. Sie erzeugen Ungewissheit und Volatilität und somit hohe Versicherungskosten für die entsprechenden Transaktionen. Daher scheint es angebracht, passende Finanzinstrumente bereitzustellen und die Prozeduren der Absicherung den Marktmechanismen selbst zu überlassen. Dies kann nur durch die Schaffung neuer Finanzmärkte und durch einen Terminhandel mit Devisen oder Währungsfutures geschehen. Schwankende Währungskurse werden mit Währungsterminkontrakten »gehedged«; mögliche Preisdifferenzen lassen sich mit Wetten auf mögliche Preisdifferenzen versichern. Und wenn sich damit ein spekulativer Markt eröffnet, der auf dem Unterschied zwischen gegenwärtigen und künftigen Preisen beruht, so wird dessen konsequente Expansion eine ausgleichende Wirksamkeit erzeugen. Hier verbindet sich das Bedürfnis nach Absicherung mit der Suche nach Risiko und Gewinnchancen; und »the larger the volume of speculative activity«, wie Friedman sagt, »the better the market will work and hedge trade and investment at low costs«.2 Für die Kosten der Währungsrisiken kommt nun das Marktsubjekt selbst auf; Geldpolitik wird der Dynamik des Marktes überlassen.

Friedmans kleine kapitalistische Programmschrift hat die Erwartung an die Einrichtung neuer Finanzmärkte klar definiert: Die Hoffnung auf ein System stabiler Wechselkurse wird durch die Hoffnung auf ein stabiles System von Wechselkursen ersetzt. Tatsächlich wurde 1972 dann an der Chicago Mercantile Exchange der spotmarket um einen internationalen Markt für Währungsfutures ergänzt. Und innerhalb dreier Jahrzehnte ist der Handel mit Finanzderivaten, die es vor 1970 nicht gab, zum weltweit größten Markt überhaupt angewachsen. Vom jährlichen Wert weniger Millionen Dollars Anfang der siebziger Jahre stieg sein Volumen auf 100 Milliarden im Jahr 1990, dann auf ca. 100 Billionen Dollars um die Jahrtausendwende an und erreichte das Dreifache des weltweiten Umsatzes an Verbrauchsgütern. Einerseits ist damit das Börsengeschäft zum Maß für die Finanzökonomie, der Finanzmarkt aber zum Markt aller Märkte und zum Modell für das Marktgeschehen überhaupt geworden. Andererseits folgt diese Apotheose dem Prinzip einer Risikoverlagerung und somit der Erwartung, Preisrisiken mit der Streuung von Preisrisiken, spekulative Geschäfte mit spekulativen Geschäften zu versichern. Die Stabilität, die früher einmal das funkelnde Gold versprach, wird von der »Magie« der Finanzmärkte eingelöst.

Innerhalb weniger Jahre wurden also Märkte, Produkte und Operationen verwirklicht und durchgesetzt, die bislang nicht existierten. Und das, was seit den 1980er Jahren zu funktionieren beginnt, setzt sich aus ganz unterschiedlichen Komponenten zusammen, die eine neue Geschäftsroutine begründen und den Charakter eines global operierenden Mediensystems gewinnen.

Diese Gründungsszene moderner Finanzwissenschaft verdankt sich zunächst einigen theoretischen Unterstellungen, die die Funktionsweise des Marktes betreffen. So gilt auch heute noch die alte ökonomische Annahme, dass freie Märkte von einer ›unsichtbaren Hand‹ regiert werden und zum Ausgleich tendieren. Seit den 1930er Jahren wurde dieses klassische Theorem als »hypothesis of efficient markets« reformuliert und auf die Dynamik der Finanzmärkte bezogen. In dieser Interpretation repräsentieren die Finanzmärkte die Märkte in ihrer reinsten Form. Unbelastet von den Problemen von Transport und Produktion bilden sie den idealen Ort, um Preise zu bestimmen, den Wettbewerb zu vervollkommnen und rationale, d.i. Profit-orientierte und zuverlässige Akteure interagieren zu lassen. Daher gibt die Preisbewegung dieser Märkte alle verfügbare Information unmittelbar wieder. Unter diesen optimalen Wettbewerbsbedingungen drücken Preise immer die Wahrheit über die zugrunde liegenden ökonomischen Ereignisse aus, sofern alle Akteure Zugang zu allen relevanten Informationen haben; die entsprechenden Wertpapiere sind niemals über- oder unterbewertet. Die Oszillationen des Marktes, seine ups and downs sind entweder die Folge lästiger Behinderungen der Dynamik des freien Marktes oder neuer, unvorhergesehener Information. Krisen sind nur Schritte im Anpassungsprozess; sie dokumentieren den unaufhaltbaren Fortschritt der ökonomischen Vernunft. Der Markt ist das Reale, ist das Rationale.

Der Finanzmarkt wird als friktionsloses Universum vorgestellt, in dem Informationen Preise, Preise Kaufentscheidungen und diese wiederum Informationen, Preise und Kaufentscheidungen generieren. Darum ist mit diesem Prozess eine weitere Voraussetzung verbunden, die die Modelle der modernen Finanzökonomie bestimmt. Die Annahme der Effizienz bringt es mit sich, dass sich im Innern dieses Marktgeschehens eine gleichsam stochastische Zufallsbewegung installiert. In den 1960er Jahren wurde eine Dissertation aus dem Jahr 1900 wiederentdeckt, in der der Mathematiker Louis Bachelier unter der Betreuung von Henri Poincaré die Oszillation von Börsenkursen nach dem Vorbild eines molekularen Gestöbers (wie in der brownschen Bewegung) formalisierte. In seiner Théorie de la spéculation sind aufeinander folgende Preisänderungen linear unabhängig und von Zufallsvariablen bestimmt; und die Summe spekulativer Aktionen folgt einer Bewegung, die analog zur Diffusion von Partikeln in gasförmigen Gemischen funktioniert.3 In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erhielten diese Überlegungen einen plausiblen diskursiven Rahmen und fusionierten mit der Hypothese effizienter Finanzmärkte. Wenn nämlich die Preise dieser Märkte stets alle relevanten Informationen enthalten, so ist ihre Veränderung nur neuen Informationen geschuldet, die neue Entscheidungen verlangen. Und das bedeutet: Wo alle Unternehmer über alle zirkulierenden Informationen verfügen, wird jede punktuelle Gewinnchance sogleich genutzt; und sofern sich jede dieser Operationen sofort in Marktpreisen niederschlägt, können Preisvariationen nur unvorhersehbar und aleatorisch erscheinen. Die Marktvernunft bringt es mit sich, dass sich Informationen, d.h. Preisdifferenzen durch ihre Ausnutzung annullieren. Und der Segen des Wettbewerbs bewirkt, dass einzelne Spekulationen den spekulativen Charakter des Ganzen aufheben, dass Arbitrage die Effekte der Arbitrage abschafft.

Der Weg, den die Preisserien zwischen verschiedenen Zeitpunkten einschlagen, fällt nun in das Arbeitsgebiet von Wahrscheinlichkeitsrechnung und Stochastik. Er gleicht einem nicht-linearen »Random Walk«. Einerseits führt die Vernunft der Finanzmärkte dazu, dass das Wetten auf künftige Kursverläufe dem Spiel eines Schimpansen gleicht, der mit verbundenen Augen Dartpfeile auf den Börsenteil einer Zeitung wirft.4 Je effizienter die Märkte, desto zufälliger die Oszillationen. Andererseits stellt sich eine Art Gleichgewicht her, in dem sich zufällige Schwankungen um einen Mittelwert herum anordnen und schließlich der Streuung einer Normalverteilung, einer Glockenkurve folgen. Die »unsichtbare Hand« Adam Smiths bekommt eine neue theoretische Gestalt.

Dadurch, dass die Situation Anfang der siebziger Jahre von der Frage geprägt ist, wie sich Preisrisiken mit Wetten auf Preisrisiken absichern lassen, übernehmen Termingeschäfte oder Futures in der Geschichte der Finanzökonomie eine zentrale Funktion. Sie müssen als perfekte kapitalistische Erfindungen angesehen werden; sie sind so alt wie der Kapitalismus und die Zukunftsorientierung war ein wesentlicher Antrieb für die Entwicklung immer neuer Finanzinstrumente. Einerseits sind Termingeschäfte trivial und ein alter Bestandteil der Börse: es sind Verträge über Warentransaktionen in der Zukunft, aber zu einem bestimmten Preis; Verträge, die die beiden Parteien auf die Akzeptanz einer kontingenten Zukunft verpflichten. Andererseits zeigt die Geschichte des Terminhandels, dass er eine nicht-triviale Trennung von Termingeschäften und Warenhandel beinhaltet. Der Futures- und Optionshandel vermeidet die physikalischen Bedingungen der Produktion und löst die Identität von Ware und Preis auf. In anderen Worten: jemand, der eine Nicht-Ware besitzt und sie weder erwartet noch will, verkauft sie an jemanden, der sie nicht will und auch niemals bekommt.

Die Dynamik von Termingeschäften, dem Motor kapitalistischer Ökonomie, beruht auf zwei Hauptannahmen. Erstens einer selbstreferentiellen Kommunikation: Preise beziehen sich nicht auf Waren und Güter, sondern auf andere Preise, so dass die aktuellen Preise für abwesende Güter von der Erwartung zukünftiger Preise für abwesende Güter bestimmt werden. Diese Art von Handel ist von allen materiellen Behinderungen befreit. Er vollzieht einen Akt, der nicht in der Re-Präsentation, sondern der De-Präsentation der Welt kulminiert.5 Als Teil der zirkulierenden Geldmenge garantieren sie höchste Liquidität und vollenden die Logik der modernen Kapital- und Kreditökonomie. Zweitens beruhen Transaktionen dieser Art auf dem, was in der Tradition des römischen Rechts Spielverträge genannt wird – Verträge, die Transaktionen mit unklarem Ausgang betreffen, ungewisse zukünftige Ereignisse. Das führt zur Ununterscheidbarkeit von Handel, Wette und Glücksspiel; die Bezeichnung dieses Phänomens ist »Spekulation«. Die riskante Wette, das Spiel mit der Zukunft, sie sind das Herzstück aller ökonomischer Aktivität. Spekulant ist, wer nicht spekuliert, Spekulation ist die Norm aller finanziellen Transaktionen.

Termingeschäfte stellen also ein logisches Pendant zur Kapital- und Kreditwirtschaft dar, Finanzderivate eine vom Bargeld unabhängige Form von Geld. Für die Finanzökonomie stellte sich damit ein grundlegendes Problem. Einerseits soll der Markt alte Ausgleichsideen verwirklichen und sich selbst über die Verrechnung von Preisrisiken mit Preisrisiken stabilisieren. Andererseits stehen im Zentrum dieses Markts nun Termingeschäfte mit Finanzgütern, die sich eben dadurch auszeichnen, dass sich aktuelle Preisrisiken in ungewisse Zukünfte verschieben. Kontingente Zukünfte, d.h. die Kräfte der Zeit sind zu einem kritischen Faktor in diesem System geworden, und tatsächlich haben diese Fragen die ökonomische Wissenschaft seit den siebziger Jahren wie keine anderen beschäftigt. Die Logik der modernen Finanzökonomie verlangt ein Verfahren, das ökonomische Entscheidungen mit der Erwartung künftiger Entscheidungen verknüpft, sie muss fähig sein, eine Beherrschung von Zeit, eine Beherrschung ungewisser Zukünfte zu versprechen. Nur wenn die Ungewissheit künftiger Preise (von Devisen, Wertpapieren etc.) mit den Preisen für die Ungewissheit dieser Preise verrechnet werden kann, lässt sich die ausgleichende Kraft von Termingeschäften, die Bändigung der Zeit und die Stabilität im System behaupten. Seit der Mitte des letzten Jahrhunderts ist daraus die Frage erwachsen, welcher Kalkül den Übergang von gegenwärtigen Zukünften zu künftigen Gegenwarten wahrscheinlich macht, wie sich die Unähnlichkeit des Zukünftigen in eine ähnliche Gegenwart transformieren lässt. Und es verwundert nicht, dass die prominentesten dieser Versuche mit dem Ende von Bretton Woods zusammenfallen. Dabei handelt es sich um Verfahren, die wahrscheinlichkeitstheoretische Figuren ins Innere der finanzökonomischen Geschäftspraktiken versetzen. Es handelt sich um eine berühmte Formel, die von den Mathematikern und Ökonomen Robert Merton, Fisher Black und Myron Scholes Anfang der siebziger Jahre entwickelt wurde.

Dieser Kalkül, der mit Nobelpreisen prämiert wurde und – wie man sagt – für die Finanzmärkte ebenso bedeutsam sein soll wie Newtons Mechanik für die Physik, folgt der genannten Problemstellung: wie man durch den Handel mit Risiken (also Finanzderivaten) die Risiken der Finanzmärkte eliminieren kann. Es geht um die Herstellung von Erwartungsprodukten, mit denen die Werte künftiger Erträge in Gegenwartswerte überführt werden können; es geht darum, das dynamische Ungleichgewicht von Kreditökonomie und flottierenden Devisen zu stabilisieren. Am Beispiel der Errechnung der Preise für eine bestimmte Art von Finanzderivaten lässt sich in den Anstrengungen von Black, Scholes und Merton die exemplarische Verfertigung eines theoretischen Objekts verzeichnen, das die mathematische Formalisierung mit bestimmten Steuerungsideen und mit einigen Hypothesen über den Mechanismus von Finanzmärkten kombiniert. Und das heißt: Man formuliert ein allgemeines Modell für die Strukturierung des Handels mit Finanzderivaten und für die Ausgleichstendenzen des gesamten Systems.

Dabei geht es darum, aus bestehenden Preisen (etwa für Aktien oder Kredite) einen Preishorizont zu errechnen, der von einer künftigen Gegenwart aus zum Motiv der Bewertung einer gegenwärtigen Zukunft werden kann. Der gegenwärtige Preis eines Derivats rechtfertigt sich dann, wenn in ihm eine mögliche Zukunft des zugrunde liegenden Werts wiederkehrt. Nur diese Replikation künftiger Verläufe kann die Erwartung begründen, dass sich die Risiken schwankender Preise durch den Handel mit diesen Risiken werden ausgleichen lassen. Und das prägt die Parameter jener berühmten Differentialgleichung, die stochastische Prozesse mit einer Funktion für logarithmische Normalverteilungen zu fassen versucht. In ihr wird – vereinfacht ausgedrückt – neben einigen bekannten Größen der problematische Posten, die unbekannte Volatilität (Sigma) nach den Zufallsbewegungen der zugrunde liegenden Werte in historischen Zeiträumen kalkuliert. Man muss nicht die Ereignisse möglicher Zukünfte erraten, sondern nur einen Schwingungsraum errechnen, innerhalb dessen sie stattfinden könnten. In diesem Kalkül ist also die Annahme eingebaut, dass sich das Unvorhersehbare der Zukunft nach der Streuung vergangener Unvorhersehbarkeiten verhalten wird. Es werden keine bestimmten Vorhersagen, aber die Vorhersagen von Verteilungsmustern reklamiert.

An diesem Kalkül sind mehrere Dinge bemerkenswert, die das Finanzsystem als Mediensystem betreffen. So lässt sich darin zunächst eine mathematische Repräsentation gängiger Marktlogiken erkennen; sie werden physikalistisch, nach dem Vorbild von Differentialgleichungen für Diffusionsprozesse in der statistischen Mechanik kodiert. Die Annahmen effizienter Märkte und die Random-Walk-Hypothesis sind in diese Formel implantiert. Dadurch werden Zukunftserwartungen in erwartete Zukünfte übersetzt und die Kräfte der Zeit gebändigt. Ungewissheiten sind nicht einfach verschwunden; aber die Dynamik des Modells legt es nahe, dass mit der Ausweitung des Markts mit Derivaten eine risikoneutrale Welt hergestellt wird; uncertainty can be eliminated if there are enough contingent claims oder derivative instruments.

Zudem leistet die Übersetzung ökonomischer Daten in integrierbare Systeme die Darstellung einer Welt, die weder Einbrüche noch Sprünge kennt. Der Vorzug des mathematischen Formalismus korrespondiert mit der theoretischen Annahme, dass das System selbst regelhaft, homogen, stetig und mit ausgleichend funktioniert. In dieser Hinsicht ist der von Merton, Black und Scholes entwickelte Kalkül als Systemallegorie zu verstehen: Allein die Darstellung einer Systemlösung durch Differentialgleichungen muss, wie der Mathematiker James Yorke bemerkte, jeden chaotischen Gang ausschließen.6 Darum kann man in der Black-Scholes-Formel eine Art »enacted theory« erkennen. Sie dokumentiert die performative Qualität eines Kalküls. Mit ihr erzeugen Finanzderivate die Bedingung ihrer Möglichkeit und appellieren an einen Markt, auf dem sich ihre ökonomische Rationalität wird bewahrheiten können. Man hat von der Anpassung ökonomischer Wirklichkeit an Wirtschaftstheorie, von der Entstehung einer »Black-Scholes-Welt« gesprochen, die in den siebziger Jahren noch nicht existierte. Als theoretisches Produkt bietet die Formel ein schlagendes Argument für den Handel mit Finanzderivaten, damit die Aussicht auf eine Stabilisierung des Systems und damit wiederum die Rechtfertigung ihrer theoretischen Implikationen.

Das Ende des Abkommens von Bretton Woods hat eine Situation geschaffen, in der flottierende Devisenkurse an eine Absicherung von Währungskursen appellierten. Im Zeichen eines neuen Liberalismus wurden dabei Vorschläge privilegiert, Marktrisiken mit Marktrisiken zu versichern. Das bedeutet erstens, dass man Märkten überhaupt eine innere Ausgleichstendenz unterstellt; die These von der Effizienz der Finanzmärkte wird als Grundannahme gesetzt. Zweitens treten damit Derivate und Terminhandel ins Zentrum des neuen Finanzsystems. Spätestens seit den neunziger Jahren dominiert ihr Volumen den Wirtschaftsprozess; vor allem aber müssen sie als Kern finanzökonomischer Logik angesehen werden, als Basis einer Geschäftsroutine, die einen Handel mit Zeit und Risiken betrifft. Das ist drittens der Schauplatz, an dem Finanzmathematik zum Arkanum des ökonomischen Wissens geworden ist. Am Beispiel der Black-Scholes-Formel wollte ich zeigen, wie sich die alten Ausgleichsideen nur über eine Bändigung der Zeit, eine Beherrschung der Zeit aber nur durch die Einpflanzung wahrscheinlichkeitstheoretischer Modelle verwirklichen lässt.

Die Einrichtung technischer Infrastrukturen ist eine notwendige Bedingung für das neue System. Seit jeher wurden Finanzmärkte durch einen engen Zusammenhang zwischen der Preisbildung in Börsengeschäften und medientechnischen Innovationen strukturiert; ihr Takt wurde seit dem 19. Jahrhundert durch die Einführung von Telegraf und Telefon, durch transatlantische Kabel, durch den Börsenticker diktiert. Der Kreislauf von Preisbildung und Information machte die Finanzmärkte zum Motor für die Durchsetzung neuer Informationstechniken.

So wurde die Praxis der aktuellen Finanzökonomie vor allem durch elektronische und digitale Technologien definiert, durch die systematische Verschränkung von Informationsverarbeitung und Telekommunikation. In den fünfziger Jahren wurden erste Ideen zur Einrichtung elektronischer Finanzmärkte formuliert, und nach der Einführung elektronischer Handelssysteme und des Online Brokerage wurde 1993 das WorldWideWeb für Börsen und Finanzgeschäfte freigegeben. Lässt sich darin die Entstehung einer Finanzmaschine erkennen, in der sich ein Großteil menschlicher Wohlfahrt entscheidet, so wurde diese Maschine gerade für den Handel mit Finanzderivaten wesentlich und effektiv. Berechnungen wie die Black-Scholes-Formel appellieren an ihre informationstechnische Exekution. Zunächst hat man das option prizing mit dieser Formel auf Großrechnern kalkuliert, die entsprechenden Tabellen wurden dann in Papierform an interessierte Trader vertrieben. Bereits 1974 wurde von Texas Instruments ein Taschenrechner angeboten, der auf die Formel programmiert war und Black-Scholes-Resultate für das day-trading lieferte. Und spätestens seit der Entstehung des automatischen Futures-Handels hat sich eine wirkungsvolle Fusion zwischen Finanztheorie, Mathematik und Informationstechnologie ergeben. Die neuen Techniken müssen als Generatoren neuer Finanzinstrumente begriffen werden; und abgesehen davon, dass sich damit eine Delokalisierung des Börsengeschäfts und eine unbegrenzte Inklusion von Mitspielern vollzog, lassen sich hier zwei wesentliche Konsequenzen verzeichnen.

Einerseits bewirkte das Zusammenwirken der genannten Elemente – Terminhandel, Finanzmathematik und Informationstechnik – eine historische Transformation, in der Währungsstandards jeglicher Art durch einen Informationsstandard abgelöst wurden. Die Stabilisierung von Finanzökonomie und Währungssystemen wird nicht mehr durch eine Konvertierung in Gold oder Warengeld garantiert, sondern durch einen Austausch zwischen Geld und Information. Preise auf den Finanzmärkten liefern Informationen über die Zukunft von Preisen, und darum sind im Geschäftsverkehr Informationen über Geld wichtiger als Geld selbst geworden. Der Markt installiert einen Informations-Automatismus, Geld wird mit Information bezahlt. Effiziente Märkte sind Märkte zur effizienten Verteilung von Information; der Wettbewerb ist ein Aufruf zur informationellen Kompetition.

Andererseits lässt sich in dieser Maschine eine Imitation von Theorie durch die ökonomische Wirklichkeit verzeichnen. Robert Merton hatte das klar formuliert. »As real-world intermediation and markets become increasingly more efficient, the continuous time model’s predictions about actual financial prices, products and institutions will become increasingly more accurate. In short, that reality will […] imitate theory.«7 Erst unter neuen technologischen Bedingungen vollzieht sich die Institution des Markts. Finanztheorie, Formalisierung und Technik gehen eine produktive Verbindung ein, die Erfindung neuer Finanzinstrumente und die Installation neuer Märkte beglaubigen sich wechselseitig in ihrer raison d’être. Und das heißt: Der Komplex von Theorie und Technik verspricht, dass maximale Liquidität, optimale Preisfindung und effizienter Datenverkehr sich in der Stabilisierung der Finanzmärkte verwirklichen.

Begreift man die gegenwärtige Finanzökonomie als ein Mediensystem, das seit den achtziger Jahren zu funktionieren beginnt, so lassen sich auch einige methodische Perspektiven für die Frage entwickeln, wie sich verstreute Praktiken oder Technologien zu Medienfunktionen verwandeln; wie sich also historische Szenen des Medien-Werdens erfassen lassen. Eine erste, einfache Schlussfolgerung lautet, dass dieses System nur als ein Zusammenwirken völlig verschiedener Elemente zu begreifen ist. Wenn Marshall McLuhan einmal behauptet hat, dass die Untersuchung des Geldmediums identisch sei mit dem »Verfahren der gesamten Medienforschung«,8 so wird damit unterstellt, dass dieses Geld eine historisch variable Sozialfunktion darstellt und nicht auf einen einfachen Sachverhalt – etwa auf ein Symbolsystem – reduzierbar ist. Das moderne fiat money, das den Wert unserer Währungen und die Dynamik von Volkswirtschaften bestimmt, wurde durch politische Entscheidungen (wie das Ende von Bretton Woods), bestimmte Geschäftspraktiken (wie den Terminhandel), theoretische Vorannahmen (wie effiziente Märkte), durch mathematische Modelle und technische Infrastrukturen gleichermaßen hervorgebracht. Und sicher müsste man weitere, etwa institutionelle Bedingungen (wie die Ausrichtung der Bankenstruktur auf Investmentbanking) hinzufügen. Medien sind stets heterogene Komplexe aus institutionellen, technischen, theoretischen, symbolischen und praktischen Elementen.

Die wechselseitige Verschränkung dieser Elemente hat aber dazu geführt, dass das Finanzsystem nicht nur die alltäglichen Geschäftsroutinen organisiert; es ist zu einem dominanten Mediensystem gerade dadurch geworden, dass es in all seinen Operationen bestimmte Verpflichtungsstrukturen (wie die Bindung an ungewisse Zukünfte) installiert und als ein neuer Sozialvertrag funktioniert. Auch hier lässt sich von Medien-Ereignissen im Doppelsinn sprechen: von Ereignissen, die über die Produktion, die Darstellung und die Formierung von Ereignissen entscheiden. So teilt das Finanzsystem mit jeder Operation, mit jeder Zahlung stillschweigend die Bedingungen seiner Operationen (etwa die Voraussetzung ausgleichender Marktkräfte) mit. Dieses System manifestiert sich als technisch implementierte Wirtschaftstheorie, seine Effizienz beruht darauf, dass alle seine Aktionen und Ereignisse die Bedingungen schaffen, unter denen sie als Aktionen und Ereignisse eines neuen Marktes wirksam werden. Mediensysteme funktionieren unter der Bedingung der Redundanz. Sie kommunizieren sich selbst in all ihren Operationen; sie setzen oder übertragen mit ihren Übertragungen immer neu die Apriori, unter denen sie sich als Mediensysteme verwirklichen.

Das bedeutet, dass Medien in epistemologischer Hinsicht den Charakter einer möglichen Welt besitzen. Die ökonomische Welt oder der Markt, der sich seit den siebziger Jahren Zug um Zug realisiert, lag fern jeder Gegebenheit; er war schlicht nicht vorhanden oder eine reine Hypothese. Mediensysteme sind beziehungslos, ihrer Systemhaftigkeit steht keine irgendwie ähnlich organisierte Welt oder Natur gegenüber. Sie sind vielmehr Realisierungsprogramme: Ihre Axiome und Praktiken geben vor, wie Realität programmiert werden kann. Was sich in Mediensystemen realisiert, ist nicht notwendig, reproduziert keine vorgängige Konsistenz, sondern gewinnt den Charakter einer beliebigen Faktizität. Die historische Dimension von Medien lässt sich darum nur unter der Bedingung erfassen, dass man jedes mimetische Substrat im damit verbundenen Technikbegriff auflöst und eine Nicht-Identität von Sein und Welt, Sein und Natur unterstellt. Mit Hans Blumenberg muss man Medien als »Vorahmungen« begreifen: als technisches Konsistenzbegehren, dem nur eine wesenhafte Zufälligkeit gegenübersteht.9

Darum tritt das historische Datum, das historische Ereignis von Medien nicht mit ihrem Funktionieren, sondern mit ihrem Verhältnis zur Störung, zur Krise oder zum Rauschen hervor. Die Störung ist die epoché des Mediums. Und hier zeigt sich die Eigentümlichkeit des modernen Finanzsystems. Denn einerseits verfolgen seine Verfahren eine Zähmung der Zeit; seine Rationalität, seine Systemhaftigkeit beweist sich gerade darin, dass es die Wirksamkeit kontingenter Zukunft beherrscht. Rauschunterdrückung meint hier, dass sich Risiken mit dem Handel von Risiken amortisieren, dass also die Kräfte temporaler Prozesse eliminiert werden können. Unter Medienbedingungen träumt der Markt den Traum seiner Endlosigkeit, die Neutralisierung des Risikos funktioniert nur, wenn sich jede ausstehende Zukunft um eine weitere Zukunft fortsetzen lässt. Andererseits wird diese Entzeitlichung nur durch den Einsatz zeitkritischer Verfahren garantiert. Die Beherrschung der Zeit wird durch die Investitionen zeitlicher Kräfte erhofft. Während das Finanzsystem seine Stabilität in der Herstellung von Zeitlosigkeit gewinnt, wird seine Operation durch die Wiederkehr historischer Zeiten beunruhigt: durch Fristen, Laufzeiten, Zahlungstermine, Fälligkeiten. Die Krisen der letzten Jahrzehnte lassen sich also nicht nur dadurch erklären, dass die Modelle der Finanzökonomie die Tatsachen der realen ökonomischen Welt verfehlen. Sie müssen vielmehr als endogene Krisen eines Mediensystems begriffen werden: Die Verarbeitung von Zeitproblemen schafft die Zeitprobleme, die das System zu verarbeiten versucht. Das System verstärkt Rauschen dadurch, dass es Rauschen unterdrückt. Man kann das – technisch – als die Wirkung positiver Rückkopplungen beschreiben. In historischer Hinsicht aber bedeutet das: Die epoché der Finanzökonomie ist die Krise, d.h. die Rückkehr konkreter historischer Zeiten im Innern des Systems. Man könnte das auch den Normalfall und die strukturelle Inkonsistenz der Finanzökonomie nennen – aber das wäre eine andere Geschichte.

1. S. Edward Chancellor: Devil Take the Hindmost: A History of Financial Speculation, New York 2000, S. 236; Filippo Cesarano: Monetary Theory and Bretton Woods: The Construction of an International Monetary Order, Cambridge 2006, X; Richard Tilly: Geld und Kredit in der Wirtschaft, Stuttgart 2003, S. 190; Milton Friedman: The Essence of Milton Friedman, hg. von Kurt R. Leube, Stanford, CA 1987, S. 359, 501.

2. Milton Friedman: »The Need for Future Markets in Currencies«, in: The Future Market in Foreign Currencies, Chicago: International Monetary Market of the Chicago Merkantile Exchange, 1972, S. 6–12.

3. Louis Bachelier : »Théorie de la speculation«, in: Annales scientifiques de l’École Normale Supérieure, ser. 3, vol. 17, 1900, S. 21–86.

4. Burton G. Malkiel: A Random Walk Down Wall Street, New York 2003.

5. Samuel Weber: Geld ist Zeit: Gedanken zu Kredit und Krise, übersetzt von Marion Picker, Zürich-Berlin 2009.

6. Vgl. die Diskussion von Yorke in James Gleick: Chaos: Making a New Science, London 1987, S. 67–68.

7. Robert C. Merton: Continous-Time Finance, Malden 1990, S. 470.

8. Marshall McLuhan: Understanding Media, New York 1964, Kapitel 14.

9. Hans Blumenberg: »›Nachahmung der Natur‹: Zur Vorgeschichte der Idee des schöpferischen Menschen«, in: Grundlagentexte Kulturphilosophie: Benjamin, Blumenberg, Cassirer, Foucault, Lévi-Strauss, Simmel, Valéry u.a., hg. von Ralf Konersmann, Hamburg 2009, S. 201–232.

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Joseph Vogl

Joseph Vogl

ist Professor für Neuere deutsche Literatur, Literatur- und Kulturwissenschaft/Medien an der Humboldt-Universität zu Berlin und Permanent Visiting Professor an der Princeton University, USA. Mit »Das Gespenst des Kapitals« (2011) hat Joseph Vogl  »einen heimlichen Bestseller geschrieben, der weit über die Feuilletons Aufsehen erregte« (DER SPIEGEL).

Weitere Texte von Joseph Vogl bei DIAPHANES
Peter Berz (Hg.), Marianne Kubaczek (Hg.), ...: Spielregeln. 25 Aufstellungen

Spielregeln eröffnen ein Feld, in dem das Denken des Konkreten mit dem des Abstrakten immer schon konvergiert. Sie geben Urszenen einer kultur- und medienwissenschaftlich erweiterten Philosophie zu denken. Das hier vorliegende Buch versammelt fünfundzwanzig Spielregeln um das Werk eines Wissenschaftlers, der wie kaum ein anderer dem Denken des Konkreten als Allgemeines verpflichtet ist.

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