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Cornelia Pierstorff: »Wie machen wir’s nun«. Worldmaking in Wilhelm Raabes »Vom alten Proteus«
»Wie machen wir’s nun«. Worldmaking in Wilhelm Raabes »Vom alten Proteus«
(S. 115 – 138)

Cornelia Pierstorff

»Wie machen wir’s nun«. Worldmaking in Wilhelm Raabes »Vom alten Proteus«

PDF, 24 Seiten

  • Strukturalismus
  • Formalisierung
  • Wissenschaftsgeschichte
  • Ethnologie

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Deutsch

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Cornelia Pierstorff

ist seit 2016 wissenschaftliche Assistentin am Deutschen Seminar der Universität Zürich, wo sie ihr Dissertationsprojekt zur ontologischen Narratologie bei Wilhelm Raabe verfolgt. Forschungsaufenthalte führten sie an die New York University und an die Humboldt-Universität zu Berlin. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Narratologie, Medientheorie, Rhetorik, Literatur und Ökonomie sowie die Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts.
Stephan Kammer (Hg.), Karin Krauthausen (Hg.): Make it Real

Das Verhältnis von Strukturalismus und Realismus ist in den Literaturwissenschaften eigentümlich unbeobachtet geblieben. Die literarische Verfertigung von Wirklichkeit blieb fein säuberlich getrennt vom formalen Impetus, der auf die Erkenntnis ›elementarer Strukturen‹ (Claude Lévi-Strauss) zielt. Aus dem Strukturalismus des 20. Jahrhunderts ist dies nicht zu erklären, da dieser vielmehr von einer ›strukturalen Aktivität‹ (Roland Barthes) ausging, die ebenso in den Wissenschaften und der Philosophie wie in den Künsten anzutreffen war. Im Blick der Strukturalisten ist die Literatur selbst – und zwar schon vor der expliziten Theoriebildung, also bereits in früheren Jahrhunderten – ein Archiv der Adressierung von Strukturen.
Im 20. Jahrhundert werden Schriftsteller zudem zu Mitstreitern des strukturalistischen Unterfangens, insofern sie die entsprechenden Diskurse erstens inspirieren, zweitens rezipieren und drittens durch eigene Formen des ›Strukturen-Schreibens‹ (Hubert Fichte) erweitern. Die literarischen Realismen des 19. bis 21. Jahrhunderts müssen – ebenso wie der Strukturalismus selbst – über ein Spannungsverhältnis begriffen werden, das sich nicht nur zwischen der formal-abstrakten Struktur und der Vielfalt der Empirie bzw. der Kontingenz der Historie abspielt, sondern das auch das Konzept der Struktur selbst erfasst und dynamisiert.

Mit Beiträgen von Hendrik Blumentrath, Stephan Kammer, Andrea Krauß, Karin Krauthausen, Natalie Moser, Cornelia Pierstorff, Kathrin Röggla, Elisabeth Strowick und Gesprächen mit Thomas Meinecke, Ulrich Peltzer und Milo Rau.