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Elisabeth Strowick: Make it real: Make a scene
Make it real: Make a scene
(S. 139 – 162)

Elisabeth Strowick

Make it real: Make a scene

PDF, 24 Seiten

  • Formalisierung
  • Wissenschaftsgeschichte
  • Strukturalismus
  • Ethnologie

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Deutsch

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Elisabeth Strowick

ist Professorin für Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Chair des Departments of German der New York University. Vor ihrem Ruf an die New York University im Jahr 2016 war sie Professor of German and the Humanities und Chair des Departments of German and Romance Languages and Literatures der Johns Hopkins University. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen deutschsprachige Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts, Literaturtheorie, Theorien des Performativen, Rhetorik, ­Kulturwissenschaft, Poetologie des Wissens und Psychoanalyse.
Weitere Texte von Elisabeth Strowick bei DIAPHANES
Stephan Kammer (Hg.), Karin Krauthausen (Hg.): Make it Real

Das Verhältnis von Strukturalismus und Realismus ist in den Literaturwissenschaften eigentümlich unbeobachtet geblieben. Die literarische Verfertigung von Wirklichkeit blieb fein säuberlich getrennt vom formalen Impetus, der auf die Erkenntnis ›elementarer Strukturen‹ (Claude Lévi-Strauss) zielt. Aus dem Strukturalismus des 20. Jahrhunderts ist dies nicht zu erklären, da dieser vielmehr von einer ›strukturalen Aktivität‹ (Roland Barthes) ausging, die ebenso in den Wissenschaften und der Philosophie wie in den Künsten anzutreffen war. Im Blick der Strukturalisten ist die Literatur selbst – und zwar schon vor der expliziten Theoriebildung, also bereits in früheren Jahrhunderten – ein Archiv der Adressierung von Strukturen.
Im 20. Jahrhundert werden Schriftsteller zudem zu Mitstreitern des strukturalistischen Unterfangens, insofern sie die entsprechenden Diskurse erstens inspirieren, zweitens rezipieren und drittens durch eigene Formen des ›Strukturen-Schreibens‹ (Hubert Fichte) erweitern. Die literarischen Realismen des 19. bis 21. Jahrhunderts müssen – ebenso wie der Strukturalismus selbst – über ein Spannungsverhältnis begriffen werden, das sich nicht nur zwischen der formal-abstrakten Struktur und der Vielfalt der Empirie bzw. der Kontingenz der Historie abspielt, sondern das auch das Konzept der Struktur selbst erfasst und dynamisiert.