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Georges Perec: Das Attentat von Sarajevo

Georges Perec

Das Attentat von Sarajevo

Übersetzt von Jürgen Ritte

Broschur, 180 Seiten

Erscheint am 28.11.2019

1957: Georges Perec ist einundzwanzig. Er ist eingeschrieben im Fach Geschichte, doch in die Vorlesungen geht er nicht mehr. Er will schreiben, doch er kommt kaum dazu. Im Sommer 1955 hat er sich an einem ersten Buch versucht, dessen Text bis heute verschollen ist, im Sommer 1956 eine Psychoanalyse begonnen. Im Sommer 1957 fährt er nach Jugoslawien und schreibt in wenigen Wochen seinen zweiten Roman. Zurück in Paris, redigiert er in aller Eile das Manuskript, diktiert es einer Schulfreundin, schickt es an Verlage, die es allesamt ablehnen, und er es schließlich seinem Belgrader Malerfreund Mladen Srbinović schenkt.

In dem erst kürzlich wiedergefundenen Typoskript begegnet man einem noch unbekannten Perec, einem Perec, der sich aufmacht, Perec zu werden, und einer Literatur zwischen jugendlichem Drang und fiktionaler Autobiographie. Reiseabenteuer, amouröses Dreieck und weltgeschichtliche Katastrophe konvergieren in einem Stil, in dem sich bereits die zentralen Motive von Perecs späterem Werk abzeichnen und die in W oder die Kindheitserinnerung ihren unvergleichlichen und ebenso beunruhigenden literarischen Ausdruck finden werden.

  • Gegenwartsliteratur
  • Jugend
  • Erster Weltkrieg

»Meine Heilung begann in dem Moment, da ich in den Zug nach Belgrad stieg.«

Georges Perec an Jacques Lederer

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Georges Perec

Georges Perec

war einer der wichtigsten Vertreter der französischen Nachkriegsliteratur und Filmemacher. Als Sohn polnischer Juden musste Perec als Kind die deutsche Besetzung Frankreichs miterleben. Sein Vater fiel 1940 als Freiwilliger in der französischen Armee, seine Mutter wurde 1943 nach Auschwitz verschleppt. Kurz vor ihrer Verhaftung konnte sie ihren Sohn mit einem Zug des Roten Kreuzes aufs Land schicken und ihm so das Leben retten. 1967 trat Perec der literarischen Bewegung Oulipo bei, die Raymond Queneau ins Leben gerufen hatte. Das Kürzel Oulipo steht für »L' Ouvroir de Littérature Potentielle«, d.h. »Werkstatt für Potentielle Literatur«. Die Schriftsteller von Oulipo, die aus dem »Collège de Pataphysique«, surrealistischen Gruppierungen oder dem Kollektiv »Nicolas Bourbaki« stammten, erlegten ihren Werken bestimmte literarische oder mathematische Zwänge auf, etwa den Verzicht auf bestimmte Buchstaben. Perecs Werk »Anton Voyls Fortgang« kommt so ganz und gar ohne den Buchstaben E aus. In den 70er Jahren begann Perec ebenfalls mit Erfolg Filme zu drehen. Kurz vor seinem 46. Geburtstag starb Georges Perec an Lungenkrebs.

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