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Simon Critchley: Fünf Probleme in Levinas’ Sicht der Politik und die Skizze ihrer Lösung
Fünf Probleme in Levinas’ Sicht der Politik und die Skizze ihrer Lösung
(S. 61 – 74)

Simon Critchley

Fünf Probleme in Levinas’ Sicht der Politik und die Skizze ihrer Lösung

Übersetzt von Tobias Nikolaus Klass

PDF, 14 Seiten

Eine gleichzeitige Entstehung und Störung der politischen Ordnung durch das Wort des Anderen und durch das mit ihm verbundene Verlangen nach Gerechtigkeit ist vielleicht der wesentliche Beitrag Levinas’ zu einem zeitgenössischen Denken des Politischen. Allerdings werden manche Leser auch von bestimmten Aspekten dieses Denkens gestört, die eher an eine sehr traditionelle, männlich geprägte Denkweise über die gesellschaftliche Ordnung erinnert, als dass sie von einer Beunruhigung dieser Ordnung zeugen. So kritisiert Simon Critchley fünf zentrale Begriffe der Levinas’schen Philosophie: Die Brüderlichkeit, die er als eine klassische Figur der politischen Freundschaft zwischen gleichen Männern sieht, den mit ihr verbundenen Monotheismus, den Androzentrismus, die Familie und zuletzt die Verbindung zwischen dem politischen Schicksal der Ethik und dem Staat Israel oder dem republikanischen Frankreich. Critchley möchte dagegen bei Levinas die Möglichkeit der Erfindung einer politischen Entscheidung als Antwort auf das Faktum des Anderen unterstreichen.

  • Levinas
  • Alterität
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Simon Critchley

Simon Critchley

ist ein britischer Philosoph. Er ist Professor für Philosophie an der New School for Social Research in New York und Teilzeitprofessor an der University of Essex. Seit 2010 unterrichtet er außerdem an der European Graduate School in Saas-Fee und ist zudem Gastprofessor an der Universität Sydney (AUS) und der University of Notre Dame (USA). Zwischen 1998 und 2004 war er Programmleiter am Collège International de Philosophie in Paris.

Weitere Texte von Simon Critchley bei DIAPHANES
Pascal Delhom (Hg.), Alfred Hirsch (Hg.): Im Angesicht der Anderen
Gibt es eine Beziehung zwischen Ethik und Politik? Emmanuel Levinas gibt eine so eindeutige wie ungewöhnliche Antwort: Die Politik mag ihre Notwendigkeit dem Problem der Gewalt zwischen den Menschen entnehmen, ihre Legitimität findet sie nur im Verweis auf eine Ethik der absoluten Verantwortung für den Anderen. Dabei scheint die Levinas’sche Ethik meistens sehr fern von aller politischen Sorge. Der Andere ist keine Kategorie des Seins, er gehört nicht zur Welt, sondern ruft von jenseits des Seins und stört die Ordnung der Welt und des Lebens. Die Ethik führt jedoch zur Politik, die wiederum nur in der Ethik ihre Legitimität finden kann. Die Beiträge des Bandes stellen diese in Deutschland noch zu wenig beachtete Dimension der Philosophie Levinas’ dar und setzen sich kritisch mit ihr auseinander. Gemeinsam ist ihnen, dass sie deren Relevanz für das Denken des Politischen im allgemeinen sowie für die sehr aktuellen Diskussionen über die Menschenrechte, die Gerechtigkeit und die Legitimität der Demokratie anerkennen.

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