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Peter Szendy: Für eine Ökologie der Bilder

Peter Szendy

Für eine Ökologie der Bilder

Übersetzt von Philipp Rabe

Broschur, 108 Seiten

PDF, 108 Seiten

Motive für ein Neudenken des Bildes

Auf den Spuren des ungarischen Fotografen Imre Kinszki, bei Betrachtung von dessen Makroaufnahmen von Insektenflügeladern und Versorgungsleitungen moderner Städte aus den 1920er Jahren wie auch in genauer Lektüre von dessen naturökonomischen Schriften denkt Peter Szendy über das Verhältnis von Ökologie und Bildproduktion nach. Die Vorstellung einer unteleologischen Naturökonomie entlang des von Erich ­Haeckel geprägten Begriffs einer Oecologie bietet, so Szendy, gerade heute – im Zeitalter unendlich beschleunigter Verbreitung – wertvolle Motive für ein Neudenken des Bildes.


Ist das Bild, so Szendys These, wesentlich heterochron, dann würde Ökologie der Bilder bedeuten, die vielfachen Zeiträume zu Tage treten zu lassen, die durch dessen exzessive, kapitalistisch getriebene Zirkulation unaufhörlich verdeckt werden. Diesem von Szendy als Ikonomie bezeichneten Regime ist eine Wahrnehmung entgegenzusetzen, welche die Langsamkeit naturgeschichtlicher Zeiträume mit jener blitzartigen Augenblicklichkeit des Lichts kontrastiert und verschränkt, auf deren Grundlage die heutige Bildproduktion sich derart ungehemmt reproduziert.


Szendys Essay folgt der ebenso subtilen wie herausfordernden Maxime, das Bild in der Spannung zwischen seiner unbeschreiblichen Langsamkeit und der Geschwindigkeit, die es über das Sichtbare hinausführt, neu zu denken.

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Peter Szendy

ist Professor für Geisteswissenschaften und vergleichende Literaturwissenschaft an der Brown University und musikwissenschaftlicher Berater für den Verlag der Pariser Philharmonie. Zu seinen jüngsten Veröffentlichungen gehören: Pouvoirs de la lecture. De Platon au livre électronique (La Découverte, 2022). Er war Kurator der Ausstellung Le Supermarché des images im Jeu de Paume (2020).
Weitere Texte von Peter Szendy bei DIAPHANES
  • Rumémoration

    In: Susanna Lindberg (Hg.), Artemy Magun (Hg.), Marita Tatari (Hg.), Thinking With—Jean-Luc Nancy

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