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Bruce Bégout: Sphex

Bruce Bégout

Sphex
Krankhafte Phantasien

Übersetzt von Heinz Jatho

Broschur, 256 Seiten

Neo-Phantastik par excellence

In siebenunddreißig giftigen Mikro-Fiktionen erweist sich Bruce Bégout als Spezialist für den Horror des Alltäglichen, als kalter Sezierer unguter Seltsamkeiten. Was man nicht mehr sieht und spürt, was uns aber maximal bestimmt und überwölbt, wird binnen weniger Sätze zum Protagonisten der Handlung und bringt auf drei, vier Seiten wie beiläufig die Welt zum Kippen. Vor dem Hintergrund postindustrieller Nicht-Orte, den Gewerbegebieten, Altenheimen, Autobahnen, Möbelhäusern, Baustellen und Seelenlandschaften unserer Zeit laboriert ein menschlich-allzumenschliches Personal an seinen ganz und gar zeitgenössischen, will sagen: so beliebigen wie zwanghaften Obsessionen. Bégouts »krankhafte Fantasien«, eines David Cronenberg und J.G. Ballard ebenbürtig, sind geformt an jenem »Spleen de Paris« Charles Baudelaires, der dem Ennui des 19. Jahrhunderts seine Figuren und Szenen gab. Im grellen Licht dieser Prosa zeichnet sich ab, was Literatur – jenseits des so sorgsam unterhaltenen Identifikationsangebots – gegenwärtig einzufordern im Stande ist.

Inhalt
  • 7–10

    Zufall und Tragödie

  • 11–18

  • 19–22

    Anaphylaktischer Schock

  • 23–28

    Allzu gewohnte Landschaften

  • 29–34

    Americana deserta

  • 35–40

    Der König der Nervensägen

  • 41–46

    Ein plötzlich fehlendes Vertrauen in den gewohnten Sinn der Worte

  • 47–56

    Zahllose namenlose Tage

  • 57–60

    Kolonialstil

  • 61–64

    Von der Schwere

  • 65–68

    Schlaflosigkeit 1

  • 69–74

  • 75–78

    Das Ende einer Illusion

  • 79–84

    In der Schusslinie

  • 85–90

    Die Riesenpuppen

  • 91–92

    Unter der Schwelle

  • 93–94

    Der Hund als Himmelskonstellation und als bellendes Tier

  • 95–96

    Blick vom Sirius

  • 97–106

    Youthenightandthemusic

  • 107–110

    Schlaflosigkeit 2

  • 111–122

    Jenseits des Todes

  • 123–130

    Discount Hotel

  • 131–144

    Trans-Europ-Express

  • 145–146

    Ein irreparabler Schaden

  • 147–152

    Schaufensterbummel

  • 153–154

    Im verwirrenden Universum der Phosphene

  • 155–170

  • 171–174

    Geheime Zeremonie

  • 175–176

    Spielparadies

  • 177–180

    Träge Bekenntnisse

  • 181–188

    Prodrome zu einer Theorie der Epidermis-Durchbohrung

  • 189–192

    Der Chinese

  • 193–202

    Vorbedeutender Traum

  • 203–206

    Installation

  • 207–210

    Reliquæ bruciæ

  • 211–216

    Recyceltes Papier

  • 217–238

    Jerrycan

  • Gegenwartsliteratur
  • Phantastik
  • Obsession
  • Short Stories
  • Hypermoderne

»Bruce Bégouts ›krankhafte Phantasien‹ spielen auf faszinierende Weise mit dem Einbruch des Horrors in die einlullende
Ruhe des Alltags… Er transformiert die Schauerromantik nicht nur in ein zeitgenössisches Setting, sondern macht durch diese Transformation das Zeitgenössische erst kenntlich.« Ulrich Rüdenauer, Der Tagesspiegel

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Bruce Bégout

Bruce Bégout

ist Schriftsteller und Philosoph phänomenologischer Ausrichtung und hat sich als Autor literarischer Essays und Erzählungen einen Namen gemacht. Er forscht zur Urbanität, zum Allgemeinplatz und zum Alltäglichen, hat das amerikanische Motel in all seinen Facetten beschrieben und unterrichtet derzeit an der Universität Bordeaux.

Weitere Texte von Bruce Bégout bei DIAPHANES

»Zum Schluss hat das Ziel kaum noch die Zeit, zu erscheinen, und ist schon ins Herz getroffen.«

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