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Sebastian Egenhofer: Produktionsästhetik

Sebastian Egenhofer

Produktionsästhetik

Broschur, 232 Seiten

PDF, 232 Seiten

Produktion und Werk in der Kunst der Moderne

Sebastian Egenhofer handelt in »Produktionästhetik« nicht von der materiellen Herstellung der Werke. Der Produk­tionsbegriff, den er entwickelt, ist elementarer: Er trägt dem Marx’schen ­Diktum Rechnung, dass die Produktion nicht sichtbar gemacht, nicht ­dargestellt werden kann – denn das Produzierte der Produktion ist das Element der Darstellung selbst. Egenhofer ­arbeitet die Struktur jenes Risses heraus, der jede Darstellung von ihrem Gewordensein trennt. In diesen Riss ist das Kunst­werk eingelassen. Mit der Seite seiner Anschaulichkeit, seiner ­ästhetischen oder bildförmigen Präsenz, verdeckt es ihn. In dieser Präsenz ist die Produktion konstitutiv vergessen. Zur Struktur des Kunstwerks gehört es jedoch, den Rand dieses Vergessens zu berühren und umzuwenden.

Im Zentrum detaillierter Werkanalysen steht der moderne Bruch mit dem repräsentationalen Bild und die Überschreitung der Bildform selbst seit den sechziger Jahren. Mit Blick auf wenige ausgewählte Positionen (Piet Mondrian, Marcel Duchamp, Thomas Hirschhorn, Michael Asher) umreißt Egenhofer einen Begriff der Moderne, der sich verkürzten formalis­tischen und positivischen Lektüren des Modernismus widersetzt.

Eine materialistische Theorie von Kunst kann es nicht dabei bewenden lassen, das Werk auf seine Buchstäblichkeit und deren sozialen Gebrauch zu reduzieren. Die Materialität des Buch­stabens selbst muss als Chiffre der Undarstellbarkeit der Produktion begriffen werden, die im Werk nicht einfach still­gelegt ist, ­sondern sich als seine Geschichtlichkeit bis in die ästhetische ­Erfahrung projiziert.

  • Mondrian
  • Ästhetik
  • Kunsttheorie
  • Produktionsästhetik
  • Marxismus
  • Moderne
  • Kunst
  • Marcel Duchamp
  • Gegenwartskunst
  • Marcel Broodthaers

»Die gerade Linie hat in der Moderne das Gesicht zerschnitten. Die unmittelbar responsive Beziehung zwischen dem Bildraum und dem organischen Selbstbild eines Sehenden ist aufgelöst.«

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Sebastian Egenhofer

Sebastian Egenhofer

ist Professor für Moderne und Zeitgenössische Kunst, Kunsthistorisches Institut der Universität Zürich. Seine Forschungsschwerpunkte sind: zeitgenössische Kunst und Philosophie, Theorie und Geschichte der Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts und Perspektivtheorie in der frühen Neuzeit.

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