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Rosa Matteucci: Mutterherz

Rosa Matteucci

Mutterherz

Übersetzt von Marianne Schneider

Gebunden, 128 Seiten

Banal und schaurig-schön: Mutter und Tochter

Die Mutter lebt am Rande der Verwahrlosung in ihrem Haus auf dem Land, verschanzt wie in einem Bau, verbittert und misstrauisch bis zur Bösartigkeit. Ihre einzige Tochter Luce, Anfang vierzig, unscheinbar, geschieden und von der Last ihres eigenen, vermeintlich verpfuschten Lebens niedergedrückt, fährt jedes Wochenende zu ihr, von Pflichtgefühl, schlechtem Gewissen und Sorge getrieben, während die Mutter »allwöchentlich wie eine riesige fleischfressende Pflanze in ihrer Höhle auf sie wartet, bereit, sie zu verschlingen.« Seit langem trägt Luce sich mit dem Gedanken, der Mutter eine häusliche Pflege zu organisieren – doch die wehrt sich mit Händen und Füßen.

Anlässlich ihres Weihnachtsbesuchs hat die Tochter sich fest vorgenommen, diesmal nicht klein beizugeben. Der Konflikt spitzt sich zu, als sie die Mutter zu einem für die Senioren des Dorfes veranstalteten Gemeinschaftsessen schleppt, auf dem sie sowohl die erträumte Altenpflegerin als auch, ganz plötzlich, den Mann fürs Leben zu finden hofft. Und das Drama nimmt seinen Lauf: in raschen, mal überspitzten, mal melancholischen Moment­aufnahmen.

Mit stoischer Zielsicherheit, einem auf jeder Seite aufflammenden Sinn für das Groteske und mit abgeklärter Furchtlosigkeit entwickelt Rosa Matteucci eine Geschichte, wie jeder sie zu kennen glaubt und wie sie so noch nicht erzählt wurde. Und ein Moment von Schönheit leuchtet noch in den widersprüchlichsten Facetten einer festgefahrenen Mutter-Tochter-Beziehung auf, zwischen Groll und Schuldgefühlen, Tristesse, Banalität und Güte.

  • Alter
  • Literatur
  • Dorf
  • Mutterfigur

»In dieser Prosa zählt jedes Detail, sie hält ihren Leser auf jeder Seite wach… Rosa Matteucci ist eine mitleidlose, wütende Verfechterin des ›Trotzdem‹.« Carlo Fruttero, La Stampa

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Rosa Matteucci

Rosa Matteucci

ist eine italienische Schriftstellerin und Schauspielerin. Ihr erster Roman »Lourdes« (1998, Premio Grinzane Cavour für ein literarisches Erstlingswerk), erschienen 2009 bei diaphanes, erregte in Italien großes Aufsehen. Es folgten weitere preisgekrönte Romane. Rosa Matteucci lebt in Genua.

»Aber wie oft sie auch schluckt, der teuflische Brocken der Qual bleibt, wo er ist, irgendwo in der Kehle auf halbem Wege zwischen Geist und Herz. Wie wenn man eine Schublade herauszieht und sie bleibt plötzlich auf der Hälfte stecken...«

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