Nutzerkonto

Giulia Stoll: Modell und Antitypus
Modell und Antitypus
(S. 157 – 176)

Modell und Antitypus

Giulia Stoll

Modell und Antitypus
Zum Denkobjekt in der Designausstellung

PDF, 20 Seiten

Wenn man den Designprozess als eine erkenntnisorientierte Arbeit begreift, so fungiert das Modell darin vor allem als Gegenstand der Reflexion. Als eine Manifestation im Entwurfsprozess steht es gleichzeitig für das Denken eines bestimmten Moments ebenso wie für die Möglichkeit, bestehende Ideen zu einer materiellen Form weiterzuentwickeln. Mit diesem mehrdeutigen Charakter ist ein Modell als eine Aufhebung der scheinbaren Zielgerichtetheit im Designentwurf zu verstehen. Der heilsgeschichtliche Begriff des Antitypus wird in diesem Zusammenhang eingeführt und auf seinen Erfüllungscharakter hin designtheoretisch untersucht. Ausgehend von der Werkschau Konstantin Grcic – Panorama (Vitra Design Museum, Weil am Rhein, 2014) wird das Modell als Austellungsgegenstand diskutiert.

  • Institution
  • Kunsttheorie
  • Kuratorische Praxis
  • Ästhetik
  • Wirksamkeit
  • Kunst
  • Gegenwartskunst
  • Ausstellung
  • Materialität
  • Akteur-Netzwerk-Theorie
  • Modell
  • Ding
  • Denkt Kunst
  • Praxis
  • Installation
  • Ware
  • Film
  • Potentialität
  • Design

Meine Sprache
Deutsch

Aktuell ausgewählte Inhalte
Deutsch, Englisch, Französisch

Giulia Stoll

ist freiberuflich als Designerin und in Forschungsprojekten tätig. Sie studierte Produktdesign an der École Nationale Supérieure de Création Industrielle (ENSCI – Les Ateliers) in Paris und absolvierte einen Master in Design an der Hochschule Luzern – Design & Kunst (HSLU). Sie forscht unter anderem zur Potentialität spekulativer Designformen sowie deren Verortung und Präsentationsformen im Design- und Kunstkontext, zuletzt als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) im Rahmen des Forschungsprojektes Design Kunst Lebenswelt. Ästhetische Strategien und kulturelle Praktiken.
Kathrin Busch (Hg.), Burkhard Meltzer (Hg.), ...: Ausstellen

In diesen Diskussionen über die materielle Bedingung von kulturellen Praktiken ist die ästhetische Dimension der Dinge zunehmend in den Hintergrund geraten. Als Mitakteure in Handlungsverbünden scheinen Dinge ganz in ihrer praktischen Bedeutung aufzugehen. Was dabei vernachlässigt wird, ist zum einen, dass ihre Wirksamkeit nicht abzulösen ist von ihrer ästhetischen und affektiven Kraft, und zum anderen, dass Stillstellung und Passivierung von großer Bedeutung für jegliche Formen von Praxis und ihrer Spielräume sind. Diesen Momenten der Abweichung und Potentialität wird in den Künsten mit Verfahren der Neutralisierung von Praxis – wie Ausstellen, Vorführen, Proben oder Modellieren – Raum gegeben.

Inhalt