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Marc Rölli: Ästhetik versus Praxis?
Ästhetik versus Praxis?
(S. 37 – 56)

Ästhetik versus Praxis?

Marc Rölli

Ästhetik versus Praxis?
Über einen scheinbaren Gegensatz in der Designtheorie

PDF, 20 Seiten

Der amerikanische Pragmatismus zeichnet sich dadurch aus, die philosophische Selbstüberschätzung der Theorie und die mit ihr verbundene Geringschätzung der Praxis zurückzuweisen. Diese Kritik bezieht sich auch auf die philosophische Ästhetik, sofern sie  einen exklusiven Kunstbegriff entwickelt, der auf bestimmte substantielle Inhalte eingeschränkt ist. Latour knüpft an diese Sichtweise an, wenn er den bescheidenen Handlungssinn im Design und die mit ihm verbundene Akteursrolle der Dinge hervorhebt. Dabei wird die traditionell eingeübte Abwertung der poietischen ›Wissenschaften‹ bzw. der alltäglichen Praxis untergraben, was in Mumfords Technikgeschichte ausführlich dargestellt wird. Keineswegs ist das Design im Unterschied zur Kunst durch seine ökonomische Zweckdienlichkeit bestimmt. Vielmehr kann es mit einer allgemeinen Ästhetik pragmatischen Zuschnitts inmitten seines Praxisbezugs ästhetisch bestimmt werden, nämlich im Kontext von Deweys Art as Experience.

  • Wirksamkeit
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  • Ding
  • Akteur-Netzwerk-Theorie
  • Design
  • Kuratorische Praxis
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Marc Rölli

ist seit 2011 Professor für Philosophie an der Fatih University in Istanbul und leitet seit 2013 den Forschungsschwerpunkt Theorie & Methoden an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK). Darüber hinaus ist er Herausgeber der Online-Zeitschrift Deleuze International und Redakteur und Mitherausgeber der Zeitschrift Journal Phänomenologie. Sein aktuellesForschungsprojekt an der ZHdK widmet sich der Eigenlogik des Designs.

Weitere Texte von Marc Rölli bei DIAPHANES
Kathrin Busch (Hg.), Burkhard Meltzer (Hg.), ...: Ausstellen

In diesen Diskussionen über die materielle Bedingung von kulturellen Praktiken ist die ästhetische Dimension der Dinge zunehmend in den Hintergrund geraten. Als Mitakteure in Handlungsverbünden scheinen Dinge ganz in ihrer praktischen Bedeutung aufzugehen. Was dabei vernachlässigt wird, ist zum einen, dass ihre Wirksamkeit nicht abzulösen ist von ihrer ästhetischen und affektiven Kraft, und zum anderen, dass Stillstellung und Passivierung von großer Bedeutung für jegliche Formen von Praxis und ihrer Spielräume sind. Diesen Momenten der Abweichung und Potentialität wird in den Künsten mit Verfahren der Neutralisierung von Praxis – wie Ausstellen, Vorführen, Proben oder Modellieren – Raum gegeben.

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