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American English

American English

Hendrik Rohlf, 11.04.2017

Das Foto mit der Frau auf dem Fahrrad wiederholt sich auf der Rückseite. Etwas ist anders, der Mund geschlossen, der Bildausschnitt leicht nach links verrückt. »American English«: Als Tableaus inszenierte und fotografierte Erstausgaben aus der Sammlung von Richard Prince, jeweils eine englische und eine amerikanische: J.G. Ballards, »High-Rise«, Jim Thompson, «The Killer Inside Me« (Lieblingsbücher von mir, weshalb ich das Buch unbedingt haben wollte, um jetzt zu bemerken, dass Philip K. Dick nicht dabei ist, obwohl ich mir dessen so ­sicher war) und Bücher von Kerouac, John Lennon, William Gibson u.a. Richard Prince schreibt im Vorwort: »I don't see fancied interest, I don’t see hobby or appreciation, I don't see exhibition or connoisseurship. The thing is, I don't see these things on my shelf. I just stare at them. They are there everyday. They change me.«

 

Richard Prince: American English
Sadie Coles HQ/Verlag der Buchhandlung Walther König: London/Köln, 2003
Limited Edition, ohne Paginierung

The Transversal Shelf of Printed Books in Times of Accelerated Opaque Media

Als eminente Medien der Langsamkeit erscheinen gedruckte Bücher manchen heute als Plunder, anderen als Treibgut des Geistes, das zu finden und aufzulesen nicht nur die Regale füllt. Als veritable Träger von Latenz halten sie die Möglichkeit bereit, quer zum Zeitgeist und unbeobachtet aufzuspüren, was in unerreichter Gegenwart oder längst vergangenen Zukünften Sinne und Gedanken in Erregung versetzt. Die besten Stücke leuchten von weit her wie an den Ufern der Zeiten gestrandete Flaschenpost. DIAPHANES sucht nach lärmenden Zeitkapseln, raren Bijous, unverzichtbarem Sperrgut aller Epochen, Sprachen und Genres.